Donnerstag, 31. Dezember 2020

Frontseite

Frontseite klingt sehr martialisch, so nach "Im Westen nichts Neues".
Aber das soll damit nicht gemeint sein.
Frontseite heißt Titelblatt, heißt: Was will dieser Blog mit dem seltsamen Namen?
Dieser Blog ist ein Männerblog. Er ist ein Männerblog, weil ich ein Mann bin und damit die männliche Sicht der Dinge einbringe. Er ist ein Männerblog, weil er die Anliegen der Männer- und Väterbewegung fördern soll, wie ich sie sehe.
Für mich sind Ziele der Männerbewegung:

  • rechtliche und gesellschaftliche Benachteiligungen für Männer zu beseitigen,
  • Männern ein positves Selbstbild zu geben,
  • männliche Anliegen in die Gestaltung der Gesellschaft einzubringen,
  • die Entwicklung von Buben zu selbstbestimmten und selbstbewußten Männern zu fördern,
  • Männern einen offenen und ungezwungenen, unverklemmten Zugang zu ihrer Sexualität und ihrer Körperlichkeit zu ermöglichen,
  • Männer ein ungezwungenes und offenes Verhältnis zu anderen Männern zu ermöglichen
Für mich sind Ziele der Väterbewegung:


  • rechtliche und gesellschaftliche Benachteiligungen von Vätern zu beseitigen,
  • die Rolle des Vaters in der Familie und im Bezug zu seinen Kindern zu stärken
  • das Miteinander von Vätern und Kindern zu fördern,
  • Vaterschaft stärker gesetzlich zu schützen
  • Vaterschaft und die wichtige Rolle derselben in der Gesellschaft stärker zu verdeutlichen.
Ich versuche in diesem Blog durch eigene Postings und durch Zitate, Diskusstionsgrundlagen und Argumentationshilfen zu geben.

Ein weiteres Thema, das mich beschäftigt ist, der Mensch in Staat und Gesellschaft und hier besonders die Nation als Gemeinschaft der rechtlich und politisch Gleichen.

Weitere Themen fließen ein, sofern sie mir wichtig sind, aber die obengenannten Themen sind die Kernthemen dieses Blogs, jedenfalls bis auf Weiteres.



Ein Wort zu Urheberrechten.
Ich verfolge mit meinem Blog keine kommerziellen Interessen. Es ist auch nicht meine Absicht, Autoren um ihren gerechten Lohn für geistige Arbeit zu bringen. Ganz im Gegenteil, es ist mein Ziel, Autoren, die zu den von mir ins Zentrum des Interesses gerückten Themen Bedeutendes zu sagen haben, bekannt zu machen, meine Leser auf diese Autoren aufmerksam zu machen und zu weiterer Lektüre zu animieren. In sofern betreibe ich eher Werbung, indem ich Texte in meinen Blog aufnehme.

Sollte sich dennoch jemand, in seinem Urheberrecht verletzt sehen, so genügt eine kurze Mail an dschindschin@email.de und ich lösche bzw. verkürze die entsprechenden Passagen.
Meine Leser weise ich darauf hin, dass Veröffentlichungen in meinem Blog nichts am Urheberrecht der ursprünglichen Autoren ändert, an die man sich also zu wenden hätte, wollte man die entsprechenden Texte anderweitig veröffentlichen.




Mittwoch, 21. März 2018

Objektifizieren

Objektifizierung ist das Behandeln von Menschen oder Tieren durch Menschen als Objekt bzw. Sache oder Ding (Entmenschlichung), wodurch die Würde als Mensch oder Tier beeinträchtigt, beschädigt oder zerstört werden kann. Sie kommt in vielen Bereichen mit asymmetrischen Machtverhältnissen vor. Beispiele hierfür sind SklavereiMedizinTierversucheWirtschaftGeschlechterverhältnis oder Sexualität.[1]
Wenn ich die Dienste anderer Menschen in Anspruch nehme, z.B. einen Handwerker kommen lasse, der mein Bad richtet, so trete ich nicht mit ihm/ihr in Kontakt, weil er/sie so ein sympathisches Lachen hat oder eine wunderbare Singstimme. An dem Menschen interessiert mich (fast) ausschließlich die erbrachte Leistung, für die ich dann bezahle. Und umgekehrt gilt das Gleiche. Der Handwerker kommt nicht ins Haus, weil ich so nett und freundlich bin, sondern weil ich der bin, der bezahlt.

Wir beide haben uns objektifiziert, wenn es gut geht, zum beiderseitigen Vorteil.

Das schließt nicht aus, dass wir bei längerem Geschäftskontakt eine Beziehung entwickeln, die auf wechselseitiger Wertschätzung und Vertrauen beruht. Aber Kern ist das wechselseitige Interesse. Das gilt übrigens auch für Freundschaften, eigentlich für alle Beziehungen.

Beziehung beruht immer auf Interessen, beruht auf Geben und Nehmen. Auch die Beziehung der Geschlechter, die Beziehung zu Eltern und Kindern beruht auf Interessen, auf Bedürfnissen, Bedürfnisse, welche sich über Gefühle artikulieren. Die Wahrnehmung eines Gegenübers als Person ist eine hohe intellektuelle Leistung, zu der viele Tiere nicht in der Lage sind. Und damit sind dazu auch tief liegende, also alte, Komponenten unseres Nervenapparats nicht in der Lage, d.h. wir objektifizieren andauernd.

Frauen, und zwar die Hardware, nicht die Person, setzen dauernd Signale ein, um Männer zu ködern, von denen Vorteile erwartet werden. Und die Machtverhältnisse sind genau umgekehrt, wie dargestellt: die Frau ist der Predator und der Mann die Beute.

Würde die Welt nur auf Sympathie beruhen, wie wäre Zusammenarbeit über kleine und kleinste Gruppen hinweg möglich. Objektifizierung erlaubt uns den (Nutz-)Wert des Mitmenschen wahrzunehmen und mit ihm in Beziehung zu treten, auf einer zwar kühlen aber interessengeleiteten Weise.

Liebe vergeht, Hektar besteht. Mag die emotionale Bindung schwächeln, der Nutzen, den wir uns beide verschaffen ist dauerhaft.

Montag, 19. März 2018

Education

Education

Katherine stood before the principle’s door and sighed. She pushed up her glasses, which had slid down her nose again. She wasn’t certain if one of the boys were responsible for that. If one of them was, if he had done something to her glasses or to her nose?
Of course, it could have been two boys, onone responsible for her glasses the other for her nose. Trying to make heads or tails of the situation made her head spin. So many possibilities. So hard to tell what was the boys’ actions and what wasn’t, what was real and what was all in her head. Hardest of all was trying to rememer what had been real before she came to this strange, strange school. She didn’t think she could handle another week. Which was why she had come here to Dr. Torrent’s office.
She knocked on the office door and entered at Dr. Torrent’s call.
“Oh Katherine! I was hoping you would come by!” the well-dressed man in his thirties exclaimed with genuine warmth in his eyes and voice. “Please, have a seat and tell me how your first week at the School for Precocious Youth has gone?”
He gestured to the wooden chair in front of his desk. Katherine looked at it with trepidation, but resigned herself and carefully sat, holding her bare thighs tight together and crossing her ankles, her black pencil skirt riding up from its starting point at mid-thigh to a little bit higher. She was cheek-flushingly aware that her panties currently flew from the school’s flag pole. Her high-heeled shoes glinted and she noticed that they were made of silvered mirrors. She wondered when they had changed from the clear acrylic they had been at lunch. Or had they always been like that and she just imagined the acrylic?
She looked up at the principal.
“I just don’t think I can do this, Dr. Torrent,” she said, emotion roiling. “I…I thought I could but the boys…they’re just…just so…”
“Precocious does understate it, doesn’t it?” Dr. Torrent said, frowning in sympathy. “They have remarkable powers and not nearly enough self-control. But that’s why they NEED good teachers like YOU, Katherine! Imagine the damage they could do to society if they didn’t get a decent education? The education you’re giving them won’t just make their lives better, it will save the world! Really, you’re like a superhero!”
Katherine blushed furiously.
“That’s the thing, Dr. Torrent,” she said. “Sometimes in class I start thinking I AM a superhero. I think that’s Tommy’s doing. He seems to like comic books and sometimes he starts staring at me and I start thinking that being a mild-mannered school teacher is just a ruse. And then the bell rings and I realize the world is in danger and I rip off my clothes and find I’m wearing MegaWoman costume or a Sassy Lass costume or even a Magical Girl Mizuki costume and I do battle with supervillains or monsters that aren’t really even there, usually defeating them by shaking my breasts at them.”
“Your what?” asked Dr. Torrent, looking scandalized.
“Oh my god!” Katherine exclaimed, her right hand going to her mouth. “Did I say br…I meant titties! My tittles! I shake my titties at the monsters. I’m so sorry, Dr. Torrent. That’s Kyle’s doing, I think. He seems to like to change words around in my head. He had me thinking that it was vulgar to call my funbags ‘titties’ and that the polite term was br…I mean, um, that other word. Wednesday he had me calling pencils ‘peckerwood’. And I think on my very first day he had me introduce myself as Ms. Cockgobbler!”

Mittwoch, 24. Januar 2018

Ein Lebenszeichen

Nun, ich lebe noch, auch wenn die Postings in meinem Blog zur Zeit nicht gerade sprudeln. Zur Zeit lese ich mehr, als ich schreibe, und noch lebt die Szene der Männerrechtler.

Eine neue Aufgabe ist mir zugewachsen, eine Aufgabe, die meine ganze Kraft fordert. Nach einem kleinen Zwischenruhestand (mein Arbeitgeber war bereit, oder sagen wir besser musste, mir einen längeren bezahlten Urlaub genehmigen) bin ich wieder ins aktive Berufsleben zurückgekehrt, um als Interimschef eine tolle Abteilung durch die Stromschnellen einer Umorganisation zu steuern.

Es überrascht mich, wie man als Sechzigjähriger Gas geben kann und Nachtschichten bis 02:00 Uhr in der Früh wegsteckt, ohne in die Knie zu gehen. Es muss wohl Eustress sein. Die Abteilung, welche ich leite, besteht außer mir ausschließlich aus Frauen allen Alters, tolle Mädelz übrigens, fachlich, menschlich. Mir scheint, dass ich als alter Hahn meiner Hennenschar gut tue, was mich froh stimmt.

Sie leidet natürlich an den Schwächen aller Hennen. Kürzlich musste ich verbal die Subchefin eines Dienstleisters falten, am Telefon. Ein Donnerhall zog durch die Hallen. Dabei habe ich die Furien nicht völlig von der Kette gelassen, sonst hätte das Gegenüber das Telefon in Panik  den Hörer aufgeknallt, oder unter sich gelassen. Erstaunlicherweise waren aber auch meine Mitarbeiterinnen wie vom Donner gerührt und bekamen Angst.

So ist das mit der Frauenpower. Sie trägt bis zum ersten Sturm, dann fliegt sie davon, wie die Fruchtträger des Löwenzahns.

Wir Menschen sind von Natur furchtsame Wesen, jedenfalls die Klugen unter uns. Und manchmal ist es klug, den Mitmenschen die Zähne zu zeigen, nur kurz, ein kurzer Blick in den Abgrund, mit einem Lächeln beendet. Ein freundlicher Mensch mit einem starken Gebiss hat ein friedliches Leben. Doch wie heißt es so schön: Vergib Deinen Feinden, aber vergiss die Namen nicht.

Ich vergesse niemals!

Die Krise der Männlichkeit, ich kann sie nicht erkennen. Vielleicht existiert so was in den Ressortstuben der Medien. In der freien Wildbahn leben Männer und Frauen zusammen wie eh und je. Der neue Mensch ist ein Zombie, erfunden vom Christentum und mitgenommen in die säkularen Religionen linker Prägung. Es ist eine Phantasiegestalt. Der Mensch bleibt was er ist: Ein furchtbares Raubtier, das auf leisen Pfoten daher kommt und alles verschlingt, was seinem Hunger im Weg steht.

Montag, 9. Oktober 2017

Back in Black

Ok, ok! Das war jetzt eine lange Pause!

Außerdem ist zum Geschlechterthema doch eigentlich alles gesagt, nur nicht von jedem, aber im Grunde ist alles gesagt. Jetzt heißt es abwarten. Jetzt müssen die Keimlinge wachsen.

Aber zum (Un-)Glück gibt es andere Themen, z.B. den Anschlag auf das Countrymusic-Festival in Amerika.

Was waren die Motive des Attentäters?

Nun es liegt auf der Hand und sie wurden ausgesprochen:

Die Vize-Chefin des US TV-Senders CBS sorgt für Aufsehen. Sie sagte, sie empfinde kein Mitleid mit den Opfern von Las Vegas, weil Country-Musikanhänger meistens Republikaner sind. Die Frau wurde nun gefeuert. Das Motiv

 Nun, es liegt auf der Hand: Der Schütze gehört zur Antifa, nicht wahr? Hass auf Rechte, das war das Motiv, was denn sonst? Der ganze Hass der Linken gegen Trump und seine Wähler, das hat doch Folgen.  Und hier ist er, der linke Breivik!

Der Attentäter habe keinem Verein, keiner Kirche angehört. Also wahrscheinlich ein Linker. Überhaupt, kein Bekennerschreiben, oder wurde es entfernt. Nordkorea, IS, alles Kappes.

Es war ein Linker, der es den Rechten mal so richtig zeigen wollte, wetten?

Freitag, 24. März 2017

Welch ein Irrtum !

Es gibt, und es gab, bei nüchterner Betrachtung, keinen deutsch-russischen Interessenkonflikt, wenn wir die Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis zu Wiedervereinigung mal außer Betracht lassen.
Der 2. Weltkrieg ist eine direkte Folge des Ersten. Das Streben der deutschen Führung nach Autarkie und damit nach dem Land im Osten gründet sich in den Erfahrungen der Hungerblockade der Alliierten im 1. Weltkrieg und der Abschottung der Märkte in der Nachkriegszeit.
Dagegen beruhte der 1. Weltkrieg auf einem Irrtum der russischen Seite. Man hatte sich finanziell von den Franzosen abhängig gemacht und politisch vor deren Karren spannen lassen. Und dann glaubte das Zarenregime, sich keinen weiteren außenpolitischen Gesichtsverlust leisten zu können.
Wäre Russland mit dem Deutschen Reich verbündet gewesen, hätten die beiden Mächte ihre Politik abgestimmt, so hätte weder Frankreich noch Österreich einen Krieg anzetteln können.
Denn das Deutsche Reich und Russland hatten keinen relevanten Interessengegensatz. Wie es ein bedeutender russischer Minister dieser Zeit, Graf Witte, formulierte: Wir brauchen Galizien nicht, wir haben schon genug Juden, und wir brauchen Ostpreußen nicht, denn wir haben schon genug Deutsche.
Hätte das Deutsche Reich Russland als Bündnispartner gehabe, hätte es wesentlich entspannter auf Krisen reagieren können. Und mit Deutschland als Bündnis- und Handelspartner, hätte das Zarenreich nicht so viel Niederlagen einstecken müssen.
Nun, es ist anders gekommen. Schade!
Leider war das Verhalten der Deutschen in Russland und das Verhalten der Russen in Deutschland nicht dergestalt, dass da der Wunsch nach enger Freundschaft entsteht. Die beiden Völker haben sich wechselseitig Entsetzliches angetan.
Der Nutznießer sind die USA, die von der russische-deutschen Entfremdung profitieren.
Es ist die deutsche Wirtschaftsmacht, welche Mitteleuropa aus dem russischen Einflussbereich herausgerissen hat. Es ist die deutsche Wirtschaftsmacht, welche diesen Raum zwischen den Mächten stabilisiert. Russland hat sich mit seiner unüberlegten Nachkriegspolitik gegenüber den Deutschen einen mächtigen Feind geschaffen. Es hat sich durch die Gebietsverschiebungen und die Exzesse bei der Eroberung als Bündnispartner endgültig desavouiert, zum eigenen Schaden.
Wenn Russland die Braut in sein Bett ziehen will, dann muss es was Konkretes geben, nicht nur Machogehabe und dumme Sprüche: Nordostpreußen mit Königsberg, Abgrenzung der Interessensphären, atomare Bewaffnung Deutschlands.
Der Dank: Ökonomisches, militärisches Bündnis mit Russland, Wilhelmshafen wird russischer Kriegshafen. Gründung einer mitteleuropäischen Freihandelsunion mit Russland als Mitglied und einer mitteleuropäischen Verteidigungsgemeinschaft mit Russland als Mitglied.
A propos, deutsches Interessengebiet. Wir kennen es schon: Polen, Slowakei, Tschechien, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Nachfolgestaaten Jugoslaviens. Um den Rest der Welt mag sich Russland kümmern. Interessengebiet heißt: da hält sich der Partner politisch raus. Handel und Wandel ist überall frei.

Aber es wird ein Traum bleiben! Ja, denn die Russen sind naturdoof, jedenfalls politisch! Sonst hätten sie die Allianz mit Frankreich gelassen, die Verbindung eines autokratischen mit einem revolutionären Regime, die Verbindung eines saturierten Reiches mit einem Kriegsstreiber. Nun Russland hat für diese Dummheit einen hohen Preis gezahlt und zahlt noch. Und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Freitag, 20. Januar 2017

Die Hoecke Rede

Wenn man exemplarisch den Nahen Osten und seine Kriege bzw. Bürgerkriege betrachtet oder den Krieg in Jugoslawien, so kann man mit gutem Recht als Kriegsgrund einen elementaren Mangel erkennen: es fehlt an Nationalismus/Patriotismus.
Die Bewohner dieser Länder empfinden sich eben nicht als eine Nation, als eine politische Einheit, die eben in verschiedenen Variationen daher kommt, so wie es den Deutschen eben als Nord-, West-, Ost- und Süddeutschen, als Hessen, Westfalen, Bayern oder Schwaben gibt, als Evangelischen, Katholischen, Neuapostolischen, etc..
Nein, wie übrigens auch in der deutschen Geschichte lange verbreitet, der Mitbürger, der die gleiche Sprache spricht, wird aufgrund eines Merkmals (Sippe und Stamm, Religion, Herkunft) als Fremder, als Feind wahrgenommen, mit dem ein Zusammenleben nicht gewünscht wird.
Deutschland, Deutschland über alles heißt vor allem, Deutschland über alle Partikularinteressen, eine friedensstiftende Botschaft, wenn wir daran denken, dass in der Vergangenheit die deutschen Hoheitsgebiete miteinander im Krieg lagen.
Ein demokratischer Staat benötigt eine Nation, welche ihn trägt. Wenn es kein "Wir" gibt, kein Zusammengehörigkeitsgefühl, keine stille Übereinkunft, dann wird das Regieren schwer, der Staat neigt zur Auflösung.
Ist der Staat ein Vielvölkerstaat, ist Patriotismus, also die Verbundenheit mit dem Staat, der Kitt, weswegen Putin Patriotismus fördert, Nationalismus aber ablehnt. Fester aber ist Nationalismus, d.h. wenn sich die Bürger eines Staates als Einheit sehen, Einheit die durchaus vielfältig sein kann. Es kommt darauf an, dass der Mitbürger nicht als fremd wahrgenommen wird, man sich ihm durch Kultur, Geschichte, Herkunft verbunden fühlt. Als gelungenes Beispiel ist das Frankenreich der Merowinger zu nennen, wo die erobernden Franken zur Religion der Eroberten (Katholizismus) wechselten und deren Sprache (Vulgärlatein = Romans) übernahmen, sich andereseits die Eroberten als Franken empfanden und bezeichneten.
Als mißlungenes Beispiel seien die Ostgoten sehen, die als Arianer (Variation des Christentums) von den Italienern (Katholiken) getrennt blieben und trotz einer als gerecht empfundenen Herrschaft durch Angriff der Byzantiner aus dem romanischen Volkskörper herausgelöst und vertrieben werden konnten.
Staat und Nation beruhen auf Macht, Mythen und Gewohnheit.
Niemand möchte Fan eines Fußballvereins sein, der stets verliert und stets unfair spielt, darüber hinaus in der Vitrine im Vereinsheim keine Pokale ausstellt, sondern Kopien der Entschuldigungsschreiben an die Opfer der Fouls.
Und niemand empfindet positiv für einen Staat, der sich um dem Kult bezüglich eines Massenmords gründet und Gefühle von Schuld und Scham fördert.
Sich der Geschichte des Volkes zu stellen, zu dem man sich zugehörig fühlt, bedeutet auch, sich den dunklen Stellen dieser Geschichte zu stellen, dabei sind Gefühle von Schuld und Scham völlig unangebracht, es sei denn man wäre an konkreten Verbrechen beteiligt gewesen. Es geht um Wissen, nicht um Empfinden. Und selbst die Vorstellung, durch Erinnerung eine Wiederholung von politischen Verbrechen zu verhindern, ist irrig! Das Wissen um den Mord an den Juden hat weder die Kulturrevolution in China noch den Massenmord in Kambodscha verhindert, noch den Völkermord in Jugoslawien.
Und wenn ich die Art der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, in diesem Fall der AfD sehe, so kann sich die Antifa in der Reihe mit der SA stellen, wie auch Denunzienanten, welche versuchen Menschen anderer politischer Überzeugungen in ihrem Ruf und ihrer Existenz zu vernichten, den gleichen Geist atmen wie die Totalitären der Brauenen und Roten der Vergangenheit.
Damit ist gezeigt, dass Erinnerungsstätten und Denkmäler aller Art nicht geeignet sind, den Menschen zum Guten zu verändern.
Aber nun zu Höcke und seiner Rede, welche sie dort anhören können: die Rede.

Mir atmet die Rede etwas zuviel Pathos, aber er scheint den Nerv des Publikums getroffen zu haben. Der kleine Mann, also die Masse des Volkes, ist dringend darauf angewiesen in eine (Familien-, Sippen-, Stammes-, Staats-) Gemeinschaft eingebunden zu sein, weil er als Einzelner zu schwach ist, um den Mächtigen und den Mächten dieser Welt Widerstand entgegen setzen zu können. Seine Existenz ist in gewisser Weise immer prekär, weil er ausschließlich vom Verkauf seiner Arbeitskraft lebt, ein wahrhaft verderbliches Gut. Der kleine Mann ist gezwungen, zusammen mit seinen Mitmenschen zu leben, er kann sich keine Insel der Seeligen in gated communities leisten. Er gehört weder zum Geld- noch zu sonstigem Adel. Sein Leben ist vor allem durch Müssen geprägt, denn nur sein permanentes Rudern schützt ihn vor dem sozialen Abstieg. Der kleine Mann möchte Teil von etwas Großem sein, etwas Großem, das ihn wärmt und schützt. Aber auch von etwas Großem, das ihn an seinem Glanz teilhaben lässt. Und so ist der kleine Mann Patriot, Fan eines Fussball- oder anderen Vereins, im Heimatverein, in der Kirche.
Wenn ich vom kleinen Mann spreche, ist damit die kleine Frau gleich mitgemeint, wobei die Frau als solche, selbst bis in höchste Kreise das Merkmal des kleinen Mannes zeigt, denn eine Frau ist in noch größerem Maße als der Mann auf einen geschützten Raum angewiesen. Denn in der wilden Welt, ohne männlichen Schutz, ist eine Frau nur Beute.
Und in der Rede ging es um den kleinen Mann und Höcke war der Ofen, der die Wärme verstrahlte, welche der kleine Mann so sehr vermisst.
Und selbstverständlich waren die alliierten Mächte des zweiten Weltkriegs hinsichtlich ihres moralischen Niveaus in keiner Weise den Achsenmächten überlegen. Bei diesem Krieg ging es um Macht, nicht um Moral. Und selbstverständlich war es das Ziel der Alliierten die Deutschen und Deutschland zu vernichten, auszurotten. Und natürlich ging es beim Bombenkrieg gegen die deutschen Wohngebiete und deutsche Kulturgüter, dem moral Bombing, darum, das Volk im Mark zu treffen, seine Wurzeln herauszuziehen, es in eine amorphe und formbare Masse zu verwandeln, was gelungen ist.
Und natürlich waren sind Angriffe auf die Städte ein Kriegsverbrechen, ein unentschuldbares Kriegsverbrechen, wie auch die Exzesse gegen die Zivilbevölkerung und die Vertreibungen ein unentschuldbares Kriegsverbrechen sind.
Und selbstverständlich ist das Holocaustdenkmal in Berlin ein Denkmal der Schande, was denn sonst.
Außerdem ist dieses Ding unästhetisch, ein Klotz im Stadtbild.
Nun habe ich es nicht so sehr mit Denkmälern. Ich denke, dass der Massenmord an den Juden ein Denkmal braucht, auch ein Denkmal im Zentrum der Haupststadt. Es geht darum, die Opfer dem Vergessenwerden zu entreißen. Es geht darum, den Opfern zu vergewissern, dass sie, obwohl wie wir alle keine Engel, dennoch unschuldig waren, Opfer einer verbrecherischen Ideologie, aber auch Opfer der schlechten Natur ihrer Mitmenschen. Der Mensch ist des Menschen Wolf.
Es wäre schön, wenn z.B. Polen in der Hauptstadt mal ein Denkmal für die Vertriebenen aufstellen würde, auch das wäre angemessen. Denn Polen ist mitnichten das unschuldige Opfer der Nazis, als welches es sich darstellt.
Wir wollen nicht vergessen, dass die Freiheit der Polen vom russischen Joch durch deutsche Truppen im ersten Weltkrieg erkämpft und im Frieden von Brest-Litowsk durchgesetzt wurde. Das betrifft übrigens auch die Freiheit Finnlands, Estlands, Lettlands und Litauens. Aber das nur am Rande.
Die in Deutschland (bzw. dem, was von Deutschland übrig blieb) gepflegt Erinnerungskultur führt dazu, dass Patriotismus nicht aufkommt. Hatte Preußen Ehre, so hat die BRD nichts dergleichen. Die BRD, und das hat die Kanzlerin klar erkannt, ist einfach nur eine Grenze gezogen um die, welche schon länger hier wohnen. Es ist wie bei Asteroiden, die nicht aus Fels, sondern aus Staub und Gesteinsbröckelchen bestehen und durch eine kaum fühlbare Gravitation zusammengehalten werden. Bei der ersten Störung von außen fliegt so ein Teil auseinander und löst sich in einer Partikelwolke auf. Und das ist der Zustand der BRD, von Restdeutschland. Und darum ist die Reaktion auf die Rede von Höcke so hysterisch.
Ansonsten war die Rede dem Anlass und dem Publikum angemessen, für alle Beteiligten ein Genuss, und wer anderes hören möchte, kann ja bei anderen Parteien vorbeischauen.
Demokratie lebt von der Form nicht dem Inhalt, und es ist nicht verboten, ein Patriot zu sein, so wie es nicht verboten ist, das eine oder andere Denkmal für wenig hilfreich zu halten.