Montag, 22. Oktober 2012

Das Märchen vom Matriarchat

13.01.1986
 

Das Märchen vom Matriarchat

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13516584.html

Von Janssen-Jurreit, Marielouise
Marielouise Janssen-Jurreit über die feministische Menschheitsgeschichte der Marilyn French Marielouise Janssen-Jurreit, 44, hat 1976 das Buch "Sexismus" verfaßt. Sie lebt als freie Autorin in München. Gerade ist ihr Buch "Lieben Sie Deutschland?" erschienen. *
Anfang der 70er Jahre begannen Frauen damit, ihre Geschichte zurückzugewinnen. Aus der "frauenlosen" männlichen Selbstinterpretation der Historie sollte eine Vergangenheit beider Geschlechter werden - das Bemühen um eine integrierte Weltsicht. "Nur eine Geschichte, die von dieser Einsicht ausgeht, die sich gleichermaßen mit Männern und Frauen befaßt und die sowohl der Errichtung als auch der Vergänglichkeit des Patriarchats nachgeht, kann für sich in Anspruch nehmen, im eigentlichen Wortsinn eine universale Geschichte zu sein", schrieb damals die Wortführerin dieser Bewegung, die amerikanische Historikerin Gerda Lerner.
Nun legt die Schriftstellerin Marilyn French, bekannt durch zwei Romane, die in der ganzen Welt Bestseller-Auflagen erreichten, ein fast 1OOOseitiges Werk über die Geschichte des Patriarchats vor _(Marilyn French: "Jenseits der Macht; ) _(Frauen Männer und Moral". Rowohlt ) _(Verlag, Reinbek bei Hamburg; 992 Seiten; ) _(68 Mark. )
. Ihr Resümee: entweder Weltuntergang oder eine moralische Revolution, in der sich das Patriarchat selbst entmachtet.
In ihrem ersten Roman "Frauen" hat diese Autorin mit großer Detailkenntnis und dokumentarischer Kraft die Leidensgeschichte von amerikanischen Mittelschichtfrauen in den 5Oer und 60er Jahren beschrieben und die Vorstellungen und Werte, die diese damals beherrschten, entmystifiziert. In ihrem neuen Buch versucht sie nichts weniger als die Sozialgeschichte der Menschheit vom Australopithecus bis heute. In einem fast manischen Aufzählungszwang, von offenkundiger Angst geplagt, Stichworte und Begebenheiten auszulassen, sprengt sie wie eine apokalyptische Reiterin durch die Weltgeschichte, vom alten Ägypten bis zur CIA, von den frühen Hominiden bis zu den multinationalen Konzernen, vom Sohnesopfer Abrahams zum "anarchischen" Verhalten von Teilchen auf subatomarer Ebene, in dem sie ein Vorbild für eine machtfreie Gesellschaftsorganisation sieht. Eine Idee, die selbst spekulativ veranlagten Physikern noch nicht gekommen ist.
Das längste Kapitel hat über 200 Seiten mit über 600 Anmerkungen. Aber bei der Lektüre der gewaltigen Lesemassen stellt sich bald Unmut und Unlust ein. Wie viele trostlose Fakten sie auch über die Säulen des Systems, die Ärzte Psychologen, Konzerne und Justiz mitzuteilen hat - am Ende wird keine Universalgeschichte daraus, sondern eher Erbauungsliteratur.
Nach French soll eine neue Moral von Lust und Liebe die Machtstruktur des Patriarchats auf zauberische Weise auflösen. "Sobald wir die Lust und menschliches Wohlbefinden ebenso hoch bewerten wie den Profit und die Macht, werden sich solche Strukturen scheinbar von selbst entwickeln." Das Bedürfnis nach solchen schrecklichen Vereinfachungen hat bereits Scharen von Frauen in die Esoterik spiritualistischer Zirkel geführt, in denen das Frauenselbst geheiligt und jeder Kritik entzogen wird. Geschichtsverläufe werden rekonstruiert nach der Art, wie man sie aus dem Mythos von Adam und Eva kennt. Nur ist bei French Adam der Erbsünder und alleinige Anstifter, der Mann der ewige Übeltäter die Quelle alles Bösen in der Welt.
Nach French entstand das Patriarchat durch männliche Allmachtswünsche. Die Männer versuchten mit Jenseitsmächten in Kontakt zu treten und erfanden sich Gottheiten männlichen Geschlechts, für die sie sogar bereit waren, Kindesopfer zu bringen wie Abraham. Der Mann sah sich nicht mehr als Teil der Natur an, sondern versuchte, sich von ihr abzugrenzen und sie zu beherrschen. Ihn verlangte nach Unsterblichkeit, Transzendenz und Gottähnlichkeit. Sein Herrschaftsanspruch gegenüber der Natur fiel zusammen mit dem über die Frau, die er nun genauso ausbeutete wie seine Umwelt.
Von da an betete er die Macht als obersten Wert menschlichen Lebens an. Über Hunderte von Seiten wird der Begriff der Macht dämonisiert und der Trieb danach nur dem Mann zugeschrieben. Erst auf Seite 726 taucht die Vorstellung auf, daß das Patriarchat ein Ungleichgewicht in der gesellschaftlichen Machtverteilung darstellt. Es sei lebenswichtig für die Frauen von heute,
"zweckorientierte Macht in Besitz zu nehmen", um sich selbst zu behaupten. Das verblüfft, denn auf den Seiten davor kannte die Frau keinen Machtanspruch, war nur Spenderin von Geborgenheit, Fürsorge, Liebe, Nestwärme, Solidarität und Trägerin aller guten menschlichen Werte.
Aber das ist nicht die einzige Überraschung, mit der sie aufwartet. Jahrelang kämpften Feministinnen gegen die Vorstellungen von der völligen Andersartigkeit der Frau und entlarvten die Behauptung von der ewigen Geschlechterpolarität als typischen Bestandteil patriarchalischer Weltbilder. Dagegen erhebt Marilyn French die angeblichen Gegensätze im Fühlen und Denken der Geschlechter erneut zum gesellschaftsgestaltenden Prinzip. Die säuberliche Zuschreibung von geschlechtsbedingten Eigenschaften wird von ihr bekräftigt und vertieft:
"Alles, was festlegt, festschreibt, Struktur in scheinbar fließende Natur bringt, ist ''männlich''... das Streben nach Unsterblichkeit und alles, was Unsterblichkeit zu verleihen verspricht, ,männlich'': das Schreiben eines Buches, die Begründung einer Institution oder einer Dynastie, das Erbauen einer Brücke..." (Unerfindlich, warum eine Transporterleichterung wie eine Brücke aus Gründen der Unsterblichkeit ihrer Erbauer konstruiert werden sollte. Oder haben Frauen etwa das Bedürfnis, jeden Bach oder Strom zu durchschwimmen?) ",Weiblich'' sind alle flexiblen, fließenden Lebensäußerungen - Spontaneität, Lust am Spielerischen, Kreativität."
Aus dieser Auffassung von Weiblichkeit als Fließend-Unstrukturiertem erklärt sich wohl die Neigung der Autorin, uferlos, unpräzise und ungenau eine Flut von Fakten vor das irritierte Auge ihrer Leserschaft zu spülen, in der man vergeblich nach irgendeinem Halt in Form eines theoretischen Gerüsts oder nach Spuren von gedanklicher Substanz sucht. Nur teilweise gelingt es ihr, komprimiert Ereignisgeschichte zu erzählen. Häufig ist es nur eine Mitteilung von Trivialitäten: "In den Straßen der großen Städte blüht die Kriminalität, in den Wohnungen nicht minder, und selbst auf dem Land ist man nicht mehr vor ihr sicher."
Daß es eine lange Tradition der Fehlinterpretation von naturwissenschaftlichen Beobachtungen gibt, in der aus Schädelmessungen und Gewichtbestimmungen des Gehirns der Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Intelligenz herausgelesen wurde, hindert die Autorin nicht, den gleichen Fehler zu machen. Aus Unterschieden im Gebrauch der beiden Gehirnhälften, die bei Männern und Frauen gefunden wurden, liest sie kategorische Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Denken ab. ",Weibliches'' Denken ist meditativ,
assoziativ und zirkulär und findet sich gelegentlich auch bei männlichen Dichtern. ,Männliches'' Denken ist rational . . .", heißt es bei French.
Nachdem in den 70er Jahren Feministinnen zu Recht kritisiert haben, daß die marxistische Theorie die Unterdrückung der Frau nur als Nebenwiderspruch in der Entwicklungsgeschichte der Produktivkräfte abhandelt, versuchen Autorinnen wie French (sie ist leider nicht die einzige) es jetzt mit der umgekehrten Methode. Geschichte wird nur noch als Religionsgeschichte und Mythen-Interpretation verstanden.
Am Anfang der Weltgeschichte stand demnach eine wunderbar harmonische Frauenkultur - French nennt sie matrizentrisch -, in der weiblich-mütterliche Dominanz so unmerklich gerecht, so ohne Druck, Macht und Konflikte praktiziert wurde, daß sich alle geborgen fühlten. In einem wundervoll ausgewogenen ökologischen Kosmos bauten Frauen Korn und Pflanzen an, feierten Frauenfeste und huldigten der großen Muttergöttin.
Schon seit Jahren pilgern Frauen aus allen Teilen der Welt nach Malta, Kreta und Anatolien, um die Spuren der alten Frauenreiche zu entdecken. Aber während sich in den feministischen Regalen Kopien und Ansichtskarten von Fruchtbarkeitsstatuetten aus dem Neolithikum ansammelten und Demeter- und Diana-Rituale neu in Mode kamen, blieben die grundlegenden Fragen nach der Entstehung des Patriarchats weiterhin ungeklärt.
Welche Beziehungen bestehen zwischen Geschlecht und Geschichte? Ist die Bilanz der Geschlechterbeziehungen in allen bekannten Gesellschaften wirklich die Unterdrückung der Frau, wie die ethnologische Forschung sagt? Wodurch wird das Patriarchat konstituiert? Marilyn French hat dazu folgende, nicht gerade neue These: Nach einer matrizentrischen Periode der Menschheit, in der sich Männer spontan Müttergruppen anschlossen, in denen es keine Herrschaft gab, wurden die Männer gewahr, daß sie ihren Anteil an der Zeugung hatten. Daraus entwickelten sich männliches Selbstbewußtsein und Überlegenheitsgefühle.
Diese Behauptung, die schon Friedrich Engels aufstellte, läßt sich weder verwerfen noch belegen. Alle Naturvölker kannten zum Zeitpunkt ihres Kulturkontakts mit der westlichen Zivilisation den Zusammenhang zwischen Geschlechtsverkehr und Schwangerschaft, auch wenn einige von ihnen diesen nicht für allein ausreichend hielten. So mußte sich bei australischen Stämmen der Vater des zukünftigen Kindes im Traum dessen Seelenkeim aneignen.
Die Jäger- und Sammlergesellschaften und das Leben in den frühzeitlichen Dörfern waren nach Ansicht von French durch Gleichberechtigung und Frieden gekennzeichnet. Dann wurden sie zerstört und "von Feinden überflutet". Woher die Feinde kamen und wann und warum diese schon vorher die patriarchalischen Werte Herrschaft, Aggression und Frauenunterdrückung entwickelt hatten, bleibt unerwähnt. Die Evolution des Patriarchats verlief wie die Ausbreitung einer Infektionskrankheit:
"Dieses Machtdenken breitete sich wie ein Lauffeuer über die ganze alte Welt aus und brachte Eroberer, Götter auf Erden, hervor. Gleichzeitig schuf es die ersten Sklaven: das unterdrückte Geschlecht der Frauen (und vermutlich auch der meisten Männer)." Die Autorin macht sich nicht einmal die Mühe, ein theoretisches Modell zu entwickeln, das ihre These von der guten Gesellschaft am Anfang und der durch bösen Männerverstand um ihr Heil gebrachten Welt verständlich machen konnte.
Aus "fluktuierenden Gruppierungen von Individuen, die sich dort, wo sie waren, wohl fühlten", entwickelte sich zunächst gegen den anhaltenden Widerstand vieler Männer das Patriarchat. "Viele Kulturen übernahmen die neue Moral nur widerwillig", berichtet die Autorin. "Die große Mehrheit der Männer"
habe sich "jahrhundertelang dagegen gesträubt".
Marilyn French ist nicht die erste, die sich als Reporterin der Altsteinzeit betätigt und über Gefühlslagen und Widerstandsbewegungen längst ausgestorbener Menschengruppen Bescheid zu wissen glaubt, wo andere immer wieder an die Aussagegrenzen archäologischer Funde stoßen.
Wenn man dagegen aus der Feldforschung der Ethnologen Rückschlüsse auf frühere Gesellschaften ziehen will, kann man nur deprimierende Erkenntnisse über das Verhältnis der Geschlechter gewinnen. Auch in vielen primitiven Gesellschaften kontrollieren Männer schon die Produktionsmittel wie Feuer und Fernwaffen (Speere, Pfeil und Bogen), besitzen die primitiven Verkehrsmittel Schlitten und Boote.
Dennoch gibt es einige Hinweise, die auf einen hohen Status von Frauen in prähistorischer Zeit deuten könnten. Schon aus der Altsteinzeit gibt es Funde von brust- und gesäßbetonten Venus-Idolen. Aus den Anfängen des Neolithikums existieren reichliche Funde von Fruchtbarkeitsstatuetten, Idolen und weiblichen Tonfigürchen. Besondere Beachtung verdienen diese Funde im Mittelmeerraum, das als Kultgebiet der Magna Mater, der großen Muttergöttin, gilt. Ob aus diesen Funden auf eine matrizentrisch geordnete Gesellschaft geschlossen werden kann, wie French meint, darüber dreht sich die Diskussion seit Jahrzehnten im Kreis.
In den von Ethnologen untersuchten Gesellschaften, die weibliche Gottheiten und damit verbundene Kulte besitzen, steht dieses ebensowenig in Zusammenhang mit Frauenmacht, wie die Anbetung der Madonna ein Indiz für matriarchalische Züge unserer Kultur ist. Auch patriarchalische Kulturen bringen eine Vielzahl übermächtiger idealisierter Frauenabbildungen hervor. Die Freiheitsstatue ist kein Hinweis auf ein Land, in dem Frauen frei sind, die Statue der Justitia kein Anhaltspunkt für die rechtliche Gleichstellung von Frauen. Die meistangebetete Göttin im vorkommunistischen China war die Kuan yin: Daß die Chinesen eine matrizentrische Kultur besaßen, wird deswegen keine Historikerin behaupten.
Marilyn French idealisiert, wo sie genauer hinschauen müßte. Ihr Buch ist ein gutgemeintes Propaganda-Buch für die Sache der Frauen, aber es bringt keinen neuen Erkenntnisschritt. Matrizentrische Gesellschaften sind für sie nichtkriegerisch, nicht grausam und nicht hierarchisch; sie haben Züge einer geordneten Anarchie.
Als Beispiel zitiert sie die Irokesen. Dieser nordamerikanische Indianerstamm gilt als das klassische ethnologische Beispiel für einen hohen Status der Frau. Das Eigentum am Boden und an den Häusern lag, in den Händen der Frauen, die auch politische Entscheidungen trafen. Aber die Irokesenmänner waren angriffslustige Krieger, die ihre Feinde mit ausgesucht grausamen Torturen am Marterpfahl zu Tode quälten.
Da es bei der geringen Zahl matrilinearer _(Vererbung in der mütterlichen Linie. )
und noch geringeren Zahl matrilokaler _(Wohnsitzregel (nach der Heirat bei der ) _(Familie der Ehefrau). )
Gesellschaften, die den Ethnologen und Historikern (z. B. Sparta) bekannt sind, sich häufig um extrem kriegerische Völker handelt, wurde von dem amerikanischen Anthropologen Divale die These aufgestellt, daß möglicherweise in der Antike im Mittelmeerraum Gesellschaften existierten, die an der Schwelle zur staatlichen Organisation mit ausgedehnter Kriegführung beschäftigt waren und deshalb ihren Besitz von ihren Schwestern verwalten ließen.
Eine solche Deutung ließe sich vereinbaren mit den Vorstellungen Bachofens, für den die von ihm behauptete Periode des Mutterrechts gleichzeitig ein Heldenzeitalter voller stolzer Krieger war. Der hohe Status der Frauen und die Verantwortung für die Produktion, d. h. die Loyalität der Frauen aus der eigenen Familie, war Vorbedingung für ausgedehnte Kriegszüge, die lange Abwesenheit der Männer erforderte. Ähnlich erhöhten sich der Status der Frau und ihr Aktionsradius während der Weltkriege dieses Jahrhunderts.
Von French werden solche Thesen nicht erörtert, weil sie das Bild von der guten, weiblichen, unaggressiven Gesellschaft stören würden. Da es ihr genügt, dem Mann einen unersättlichen Machtwunsch zu unterstellen, um von der Urgesellschaft bis zu den multinationalen Konzernen alles Geschehen der Welt zu erklären, ignoriert sie, daß Menschen ihre Geschichte nicht aus freien Stücken machen. Die ökologischen Krisen der Menschheit begannen nicht in den 70er Jahren dieses Jahrhunderts, sondern sind erst zu diesem Zeitpunkt deutlicher ins Bewußtsein gerückt worden.
Die Menschen der Steinzeit haben ihre relativ angenehme Lebensweise nicht aufgegeben, um Macht anzusammeln, sondern weil die Klimaveränderungen nach der Eiszeit dazu führten, daß die großen wildreichen Steppengebiete, in denen Bisons und Mammuts gejagt wurden, sich allmählich bewaldeten und die Zahl des Großwilds zurückging. Eine Reihe von Wildarten wurde, da das Verhältnis von Bevölkerungszahl und Wild sich drastisch veränderte, in kurzer Zeit ausgerottet. Die ersten Ackerbaukulturen entstanden aus Gründen der materiellen Existenzsicherung, kaum deswegen, weil sich der Mann den Trieb zur Naturbeherrschung nicht versagen wollte.
Die Erfindung der Schrift, des Rades und des Pfluges, die Anlage von Bewässerungssystemen und die Kodifizierung des Rechts, die French als Vermännlichung beklagt, hingen zusammen mit dem ständigen Druck, die Nahrungsmittelproduktion zu intensivieren und kollektive Arbeit zu organisieren.
Der Grund dafür war das ständige Bevölkerungswachstum, das die neue Produktionsweise sowohl ermöglichte wie auch erforderte, denn die landwirtschaftliche Produktion brauchte einen größeren Einsatz menschlicher Arbeitskraft und längere Arbeitszeiten, als es beim Jagen und Sammeln der Fall war. So hatte sich die Bevölkerung im Mittleren Osten nach Schätzungen im Zeitraum
zwischen 8000 und 4000 v. Chr. vervierzigfacht. Auch damals gab es Bodenerosion und Abholzung von Wäldern.
Die Hierarchiebildung in komplexen Gesellschaften, die French nur als Ausdruck männlicher Machtwünsche betrachtet, war eine Folge des Zwanges zu kollektiver Arbeitsorganisation. Der Bevölkerungszuwachs führte zu einer Militarisierung der menschlichen Gesellschaft, zu systematischer Kriegführung und Verteidigung. Diese Grundzüge der Gesellschaftsentwicklung, die die extremen Formen des Patriarchats erst ermöglichten, werden von French nicht einmal erwähnt.
Sie stellt keinerlei Zusammenhänge her zwischen den Bedingungen der materiellen Existenz, zwischen Überlebenszwängen und der Unterdrückung der Frau. Exogamie, Heiratsvorschriften, Normen für Sexualität und Fruchtbarkeit, weibliche Kindestötung, Erbrecht, Jungfräulichkeitszwang, Einehe, Polygamie, Witwenverbrennung, Brautpreis, Mitgift, Recht an den Kindern, demographische Entwicklung und das Verhältnis von Produktionsweise, Ressourcen und Bevölkerungszahl - alle diese Phänomene, die überhaupt erst die Unterdrückung und Entrechtung der Frau ausmachen, werden von ihr entweder gar nicht diskutiert oder außerhalb ihrer realen Zusammenhänge gesehen. Dadurch wird das Böse als Triebkraft des gesellschaftlichen Geschehens in die männliche Seele hineingelegt.
Aber das Patriarchat ist nicht die immer neue Erfindung des einzelnen Mannes, sondern Ergebnis von langen historischen Entwicklungen, in denen weibliche Fruchtbarkeit und männliche Kriegführung ein interdependentes Geschehen bildeten, ohne daß diese Zusammenhänge dem einzelnen Individuum bewußt waren. Der Krieger des 4. Jahrtausends vor Christus konnte nicht ahnen, daß der Krieger des 20. Jahrhunderts Atomwaffen besitzen würde, und die Frau, die um Fruchtbarkeit flehte und acht Kinder gebar, von denen vier am Leben blieben, konnte nicht ahnen, daß die Bevölkerungszahl ein paar Jahrtausende später vier Milliarden Menschen betragen würde.
Diese neuen Tatsachen verlangen zwingend ein Umdenken in allen Bereichen, da hat Marilyn French recht, und notwendigerweise ein Abschiednehmen von patriarchalischen Wertvorstellungen. Der Feminismus hat den Trend der Geschichte auf seiner Seite, falls wir überleben wollen.
Störend an Frenchs Buch ist nur die Naivität, mit der sie gesellschaftliche Vorgänge und Strukturwandel beschreibt. "Wer feministischen Ideen anhängt, fühlt sich wohler, was seine Anziehung auf andere nicht verfehlt." Ganz so harmlos und unkompliziert sind die letzten 15 Jahre, wenn ich mich recht erinnere, für Feministinnen nicht abgelaufen.
Marilyn French: "Jenseits der Macht; Frauen Männer und Moral". Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg; 992 Seiten; 68 Mark. Vererbung in der mütterlichen Linie. Wohnsitzregel (nach der Heirat bei der Familie der Ehefrau).
DER SPIEGEL 3/1986
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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Common Women


Philip Wylie, "Common Women," from Generation of Vipers (1942, 1955)

What follows is an example of the "Momism" philosophy in American Cold War culture, from the 1955 edition of Philip Wylie's Generation of Vipers, a popular book which had gone into twenty printings by 1955.

Quelle: http://www.library.csi.cuny.edu/dept/history/lavender/momism.html


Chapter XI: Common Women
MOM* IS THE END PRODUCT OF SHE.
     She is Cinderella, the creature I discussed earlier, the shining-haired, the starry-eyed, the ruby-lipped virgo aeternis, of which there is presumably one, and only one, or a one-and-only for each male, whose dream is fixed upon her deflowerment and subsequent perpetual possession. This act is a sacrament in all churches and a civil affair in our society. The collective aspects of marriage are thus largely compressed into the rituals and social perquisites of one day. Unless some element of mayhem or intention of divorce subsequently obtrudes, a sort of privacy engulfs the union and all further developments are deemed to be the business of each separate pair, including the transition of Cinderella into mom, which, if it occasions any shock, only adds to the huge, invisible burthen every man carries with him into eternity. It is the weight of this bundle which, incidentally, squeezes out of him the wish for death, his last positive biological resource.
     Mom is an American creation. Her elaboration was necessary because she was launched as Cinderella. Past generations of men have accorded to their mothers, as a rule, only such honors as they earned by meritorious action in their individual daily lives. Filial duty was recognized by many sorts of civilizations and loyalty to it has been highly regarded among most peoples. But I cannot think, offhand, of any civilization except ours in which an entire division of living men has been used, during wartime, or at any time, to spell out the word "mom" on a drill field, or to perform any equivalent act.
     The adoration of motherhood has even been made the basis of a religious cult, but the mother so worshiped achieved maternity without change in her virgin status--a distinction worthy of contemplation in itself--and she thus in no way resembled mom.
     Hitherto, in fact, man has shown a considerable qui vive to the dangers which arise from momism and freely perceived that his "old wives" were often vixens, dragons, and Xanthippes. Classical literature makes a constant point of it. Shakespeare dwelt on it. Man has also kept before his mind an awareness that, even in the most lambent mother love, there is always a chance some extraneous current will blow up a change, and the thing will become a consuming furnace. The spectacle of the female devouring her young in the firm belief that it is for their own good is too old in man's legends to be overlooked by any but the most flimsily constructed society.
     Freud has made a fierce and wondrous catalogue of examples of mother-love-in-action which traces its origin to an incestuous perversion of a normal instinct. That description of course, sound. Unfortunately, Americans, who are the most prissy people on earth, have been unable to benefit from Freud's wisdom because they can prove that they do not, by and large, sleep with their mothers. That is their interpretation of Freud. Moreover, no matter how many times they repeat the Scriptures, they cannot get the true sense of the passage about lusting in one's heart--especially when they are mothers thinking about their sons, or vice versa.
     Meanwhile, Megaloid momworship has got completely out of hand. Our land, subjectively mapped, would have more silver cords and apron strings crisscrossing it than railroads and telephone wires. Mom is everywhere and everything and damned near everybody, and from her depends all the rest of the U. S. Disguised as good old mom, dear old mom, sweet old mom, your loving mom, and so on, she is the bride at every funeral and the corpse at every wedding. Men live for her and die for her, dote upon her and whisper her name as they pass away, and I believe she has now achieved, in the hierarchy of miscellaneous articles, a spot next to the Bible and the Flag, being reckoned part of both in a way. She may therefore soon be granted by the House of Representatives the especial supreme and extraordinary right of sitting on top of both when she chooses, which, God knows, she does. At any rate, if no such bill is under consideration, the presentation of one would cause little debate among the solons. These sages take cracks at their native land and makes jokes about Holy Writ, but nobody among them--no great man or brave--from the first day of the first congressional meeting to the present ever stood in our halls of state and pronounced the one indubitably most-needed American verity: "Gentlemen, mom is a jerk." Mom is something new in the world of men. Hitherto, mom has been so busy raising a large family, keeping house, doing the chores, and fabricating everything in every home except the floor and the walls that she was rarely a problem to her family or to her equally busy friends, and never one to herself. Usually, until very recently, mom folded up and died of hard work somewhere in the middle of her life. Old ladies were scarce and those who managed to get old did so by making remarkable inner adjustments and by virtue of a fabulous horniness of body, so that they lent to old age not only dignity but metal.
     Nowadays, with nothing to do, and all the tens of thousands of men I wrote about in a preceding chapter to maintain her, every clattering prickamette in the republic survives for an incredible number of years, to stamp and jibber in the midst of man, a noisy neuter by natural default or a scientific gelding sustained by science, all tongue and teat and razzmatazz. The machine has deprived her of social usefulness; time has stripped away her biological possibilities and poured her hide full of liquid soap; and man has sealed his own soul beneath the clamorous cordillera by handing her the checkbook and going to work in the service of her caprices. These caprices are of a menopausal nature at best--hot flashes, rage, infantilism, weeping, sentimentality, peculiar appetite, and all the ragged reticule of tricks, wooings, wiles, suborned fornications, slobby onanisms, indulgences, crotchets, superstitions, phlegms, debilities, vapors, butterflies-in-the-belly, plaints, connivings, cries, malingerings, deceptions, visions, hallucinations, needlings and wheedlings, which pop out of every personality in the act of abandoning itself and humanity. At worst--i.e., the finis--this salaginous mess tapers off into senility, which is man's caricature of himself by reversed ontogeny. But behind this vast aurora of pitiable weakness is mom, the brass-breasted Baal, or mom, the thin and enfeebled martyr whose very urine, nevertheless, will etch glass.
     Satan, we are told, finds work for idle hands to do. There is no mistaking the accuracy of this proverb. Millions of men have heaped up riches and made a conquest of idleness so as to discover what it is that Satan puts them up to. Not one has failed to find out. But never before has a great nation of brave and dreaming men absent-mindedly created a huge class of idle, middle-aged women. Satan himself has been taxed to dig up enterprises enough for them. But the field is so rich, so profligate, so perfectly to his taste, that his first effort, obviously, has been to make it self-enlarging and self-perpetuating. This he has done by whispering into the ears of girls that the only way they can cushion the shock destined to follow the rude disillusionment over the fact that they are not really Cinderella is to institute momworship. Since he had already infested both male and female with the love of worldly goods, a single step accomplished the entire triumph: he taught the gals to teach their men that dowry went the other way, that it was a weekly contribution, and that any male worthy of a Cinderella would have to work like a piston after getting one, so as to be worthy, also, of all the moms in the world.
     The road to hell is spiral, a mere bend in the strait and narrow, but a persistent one. This was the given torque, and most men are up to their necks in it now. The devil whispered. The pretty girl then blindfolded her man so he would not see that she was turning from a butterfly into a caterpillar. She told him, too, that although caterpillars ate every damned leaf in sight, they were moms, hence sacred. Finally, having him sightless and whirling, she snitched his checkbook. Man was a party to the deception because he wanted to be fooled about Cinderella, because he was glad to have a convenient explanation of mom, and also because there burned within him a dim ideal which had to do with proper behavior, getting along, and, especially, making his mark. Mom had already shaken him out of that notion of being a surveyor in the Andes which had bloomed in him when he was nine years old, so there was nothing left to do, anyway, but to take a stockroom job in the hairpin factory and try to work up to the vice-presidency. Thus the women of America raped the men, not sexually, unfortunately, but morally, since neuters come hard by morals. I pass over the obvious reference to the deadliness of the female of the species, excepting only to note that perhaps, having a creative physical part in the universe, she falls more easily than man into the contraposite role of spiritual saboteur.
     Mom got herself out of the nursery and the kitchen. She then got out of the house. She did not get out of the church, but, instead, got the stern stuff out of it, padded the guild room and moved in more solidly than ever before. No longer either hesitant or reverent, because there was no cause for either attitude after her purge, she swung the church by the tail as she swung everything else. In a preliminary test of strength, she also got herself the vote and, although politics never interested her (unless she was exceptionally naïve, a hairy foghorn, or a size forty scorpion), the damage she forthwith did to society was so enormous and so rapid that even the best men lost track of things. Mom's first gracious presence at the ballot-box was roughly concomitant with the start toward a new all-time low in political scurviness, hoodlumism, gangsterism, labor strife, monopolistic thuggery, moral degeneration, civic corruption, smuggling, bribery, theft, murder, homosexuality, drunkenness, financial depression, chaos and war. Note that. The degenerating era, however, marked new highs in the production of junk. Note that, also. Mom, however, is a great little guy. Pulling pants onto her by these words, let us look at mom. She is a middle-aged puffin with an eye like a hawk that has just seen a rabbit twitch far below. She is about twenty-five pounds overweight, with no sprint, but sharp heels and a hard backhand which she does not regard as a foul but a womanly defense. In a thousand of her there is not sex appeal enough to budge a hermit ten paces off a rock ledge. She none the less spends several hundred dollars a year on permanents and transformations, pomades, cleansers, rouges, lipsticks, and the like--and fools nobody except herself. If a man kisses her with any earnestness, it is time for mom to feel for her pocketbook, and this occasionally does happen.
     She smokes thirty cigarettes a day, chews gum, and consumes tons of bonbons and petits fours. The shortening in the latter, stripped from pigs, sheep and cattle, shortens mom. She plays bridge with the stupid voracity of a hammerhead shark, which cannot see what it is trying to gobble but never stops snapping its jaws and roiling the waves with its tail. She drinks moderately, which is to say, two or three cocktails before dinner every night and a brandy and a couple of highballs afterward. She doesn't count the two cocktails she takes before lunch when she lunches out, which is every day she can. On Saturday nights, at the club or in the juke joint, she loses count of her drinks and is liable to get a little tiddly, which is to say, shot or blind. But it is her man who worries about where to acquire the money while she worries only about how to spend it, so he has the ulcers and colitis and she has the guts of a bear; she can get pretty stiff before she topples. Her sports are all spectator sports.
     She was graduated from high school or a "finishing" school or even a college in her distant past and made up for the unhappiness of compulsory education by sloughing all that she learned so completely that she could not pass the final examinations of a fifth grader. She reads the fiction in three women's magazines each month and occasionally skims through an article, which usually angers her so that she gets other moms to skim through it, and then they have a session on the subject over a canister of spiked coffee in order to damn the magazine, the editors, the author, and the silly girls who run about these days. She reads two or three motion-picture fan magazines also, and goes to the movies about two nights a week. If a picture does not coincide precisely with her attitude of the moment, she converses through all of it and so whiles away the time. She does not appear to be lecherous toward the moving photographs as men do, but that is because she is a realist and a little shy on imagination. However, if she gets to Hollywood and encounters the flesh-and-blood article known as a male star, she and her sister moms will run forward in a mob, wearing a joint expression that must make God rue his invention of bisexuality, and tear the man's clothes from his body, yea, verily, down to his B.V.D.'s.
     Mom is organization-minded. Organizations, she has happily discovered, are intimidating to all men, not just to mere men. They frighten politicians to sniveling servility and they terrify pastors; they bother bank presidents and they pulverize school boards. Mom has many such organizations, the real purpose of which is to compel an abject compliance of her environs to her personal desires. With these associations and committees she has double parking ignored, for example. With them she drives out of the town and the state, if possible, all young harlots and all proprietors of places where "questionable" young women (though why they are called that--being of all women the least in question) could possibly foregather, not because she competes with such creatures but because she contrasts so unfavorably with them. With her clubs (a solid term!) she causes bus lines to run where they are convenient for her rather than for workers, plants flowers in sordid spots that would do better with sanitation, snaps independent men out of office and replaces them with clammy castrates, throws prodigious fairs and parties for charity and gives the proceeds, usually about eight dollars, to the janitor to buy the committee some beer for its headache on the morning after, and builds clubhouses for the entertainment of soldiers where she succeeds in persuading thousands of them that they are momsick and would rather talk to her than take Betty into the shrubs. All this, of course, is considered social service, charity, care of the poor, civic reform, patriotism, and self-sacrifice.
     As an interesting sidelight, clubs afford mom an infinite opportunity for nosing into other people's business. Nosing is not a mere psychological ornament of her; it is a basic necessity. Only by nosing can she uncover all incipient revolutions against her dominion and so warn and assemble her co-cannibals.
     Knowing nothing about medicine, art, science, religion, law, sanitation, civics, hygiene, psychology, morals, history, geography, poetry, literature, or any other topic except the allconsuming one of momism, she seldom has any especial interest in what, exactly, she is doing as a member of any of these endless organizations, so long as it is something.
     I, who grew up as a "motherless" minister's son and hence was smothered in multimomism for a decade and a half, had an unusual opportunity to observe the phenomenon at zero range. Also, as a man stirring about in the cesspool of my society, I have been foolhardy enough to try, on occasion, to steer moms into useful work. For example, owing to the fact that there was no pasteurization law in Miami and hundreds of people were flecking the pavement with tubercular sputum, while scores, including my own wife, lay sick and miserable with undulant fever, I got a gaggle of these creatures behind a move toward a pasteurization law, only to find, within a few weeks, that there was a large, alarmed, and earnest committee at work in my wake to prevent the passage of any such law. This falange, fanned by the milk dealers, who would not even deliver the stuff if they could get their money without, had undone even the one small crusade because it had uncovered a quack doctor, unknown and unheard-of, who had printed the incandescent notion that cancer, the big boogie of the moms, was caused by the pasteurization of milk!
     In the paragraph above I have given, I know, the golden tip for which any moms able to read this volume have been searching all the long way. I had no mother: therefore, all my bitterness and--especiary--this cruel and wanton attack on moms for which, they will doubtless think, I should be shot or locked up. Well, let them make the most of that. All mothers are not such a ravening purulence as they, and mine was not. Mine, I can show, felt much as I do about the thundering third sex, as do all good women, of whom there are still a few. But I have researched the moms, to the beady brains behind their beady eyes and to the stones in the center of their fat hearts. I am immune to their devotion because I have already had enough. Learning the hard way, I have found out that it is that same devotion which, at the altar, splits the lamb from his nave to his chaps. And none of the moms, at least, will believe that I am a lamb. Let them mark time on that. In churches, the true purpose of organized momhood is to unseat bishops, snatch the frocks off prelates, change rectors just for variety, cross-jet community gossip, take the customary organizational kudos out of the pot each for each, bestow and receive titles, and short-circuit one another.
     Mom also has patriotism. If a war comes, this may even turn into a genuine feeling and the departure of her son may be her means to grace in old age. Often, however, the going of her son is only an occasion for more show. She has, in that case, no deep respect for him. What he has permitted her to do to him has rendered him unworthy of consideration--and she has shown him none since puberty. She does not miss him--only his varletry--but over that she can weep interminably. I have seen the unmistakable evidence in a blue star mom of envy of a gold star mom: and I have a firsthand account by a woman of unimpeachable integrity, of the doings of a shipload of these super-moms-of-the-gold-star, en route at government expense to France to visit the graves of their sons, which I forbear to set down here, because it is a document of such naked awfulness that, by publishing it, I would be inciting to riot, and the printed thing might even rouse the dead soldiers and set them tramping like Dunsany's idol all the way from Flanders to hunt and haunt their archenemy progenitrices--who loved them--to death.
     But, peace or war, the moms have another kind of patriotism that, in the department of the human spirit, is identical to commercialized vice, because it captures a good thing and doles it out for the coin of unctuous pride--at the expense of deceased ancestors rather than young female offspring. By becoming a Daughter of this historic war or that, a woman makes herself into a sort of madam who fills the coffers of her ego with the prestige that has accrued to the doings of others. A frantic emptiness of those coffers provides the impulse for the act. There are, of course, other means of filling them, but they are difficult, and mom never does anything that is difficult--either the moving of a piano or the breaking of a nasty habit.
     Some legionnaires accept, in a similar way, accolade due their associates only. But legionnaires learned a little wisdom, since they still can function in ways that have some resemblance to normality. Furthermore, competition with the legions from the new war will probably make veritable sages out of thousands.
     But mom never meets competition. Like Hitler, she betrays the people who would give her a battle before she brings up her troops, Her whole personal life, so far as outward expression is concerned, is, in consequence, a mopping-up action. Traitors are shot, yellow stars are slapped on those beneath notice, the good-looking men and boys are rounded up and beaten or sucked into pliability, a new slave population continually goes to work at making more munitions for momism, and mom herself sticks up her head, or maybe the periscope of the woman next door, to find some new region that needs talking over. This technique pervades all she does. In the matter of her affiliation of herself with the Daughters of some war the Hitler analogue especially holds, because these sororities of the sword often constitute her Party--her shirtism. Ancestor worship, like all other forms of religion, contained an instinctual reason and developed rituals thought to be germane to the reason. People sedulously followed those rituals, which were basically intended to remind them that they, too, were going to be ancestors someday and would have to labor for personal merit in order to be worthy of veneration. But mom's reverence for her bold forebears lacks even a ritualistic significance, and so instructs her in nothing. She is peremptory about historical truth, mandates, custom, fact, and point. She brushes aside the ideals and concepts for which her forebears perished fighting, as if they were the crumbs of melba toast. Instead, she attributes to the noble dead her own immediate and selfish attitudes. She "knows full well what they would have thought and done," and in that whole-cloth trumpery she goes busting on her way.
     Thus the long-vanished warriors who liberated this land from one George in order to make another its first president guide mom divinely as she barges along the badgering boulevard of her life, relaying fiats from the grave on birth control, rayon, vitamins, the power trust, and a hundred other items of which the dead had no knowledge. To some degree most people, these days, are guilty of this absurd procedure. There has been more nonsense printed lately detailing what Jefferson would say about matters he never dreamed of than a sensible man can endure. (I do not have any idea, for instance, and I am sure nobody has any idea, what Jefferson would think about the giddy bungle of interstate truck commerce; but people, columnists especially, will tell you.)
     Mom, however, does not merely quote Thomas Jefferson on modern topics: she is Thomas Jefferson. This removes her twice from sanity. Mom wraps herself in the mantle of every canny man and coward who has drilled with a musket on this continent and reproduced a line that zigzagged down to mom. In that cloak, together with the other rniters, rings, scepters, and power symbols which she has swiped, she has become the American pope.



*You are now about to read (or re-read) one of the most renowned (or notorious) passages in modern English Letters.
     This chapter has put the word "momism" indelibly in our language; it has broken a path through sacred preserves into which all manner of amateur critics (along with the stateliest psychiatrists and the United States Armed Services) have since proceeded, pouring out articles, monographs, bulletins, research reports and shelves of books showing how right I was to speak as I did of a certain, prevalent sub-species of middle-class American woman; and the chapter has typed me apparently forever as a woman hater-indeed, as the all-out, all-time, high-scoring world champion misogynist.
     It is this last I regret. The fact that legions of individuals, and finally the Army, followed me in condemnation of that special type of American mother I called "mom" merely affirms my work: the Oedipus complex had become a social fiat and a dominant neurosis in our land. It was past time somebody said so. As a way of life, it is shameful in grownups of both sexes; as a national cult, it is a catastrophe.
     But, since I love women more than most men, I believe I love them more deeply and knowingly, and since I respect motherhood whenever and wherever it is worthy of respect, I find it somewhat distressing to be forever tagged as Woman's Nemesis. The fact is that only moms--or incipient moms--could imagine, after a close reading of this very chapter, that 1 had any other sensation for real women than love. Quite a few thousand ladies perceived that fact and so wrote to me. But millions, who thought they read otherwise--or who never read the text but took rumor of my diatribe as Gospel (in mom's fashion)--have given me a false name.
     To such females, womanhood is more sacrosanct by a thousand times than the Virgin Mary to popes--and motherhood, that degree raised to astronomic power. They have eaten the legend about themselves and believe it; they live it; they require fealty of us all.
     From them, I received dozens of scurrilous, savage, illiterate, vulgar and obscene epistles, letters which but made my point that much clearer--to me. But I have had hundreds of times as many communications from moms who confessed, from the sons and daughters of moms who suddenly saw whence their sickly dependencies came, and from multitudes of the learned, the celebrated, the world's leaders, who said in effect: Thanks.
     So, for individuals, the message has often been of value. But insofar as its effect on this great nation is concerned (about which possibility people sometimes enquire), my risky effort to sever the psychic umbilicus by which millions of moms hold millions of grown American men and women in diseased serfdom, achieved nothing.
     Mom still commands. Mom's more than ever in charge. Hardly five Americans in a hundred know today that mom and her bogus authority have ever been questioned--by me, or by anybody else. The nation can no longer say it contains many great, free, dreaming men. We are deep in the predicted nightmare now and mom sits on its decaying throne--who bore us, who will soon, most likely, wrap civilization in mom's final, tender garment: a shroud. Today, as the news photos abundantly make plain mom composes the majority of Senator McCarthy's shock troops--paying blind tribute to a blind authoritarianism like her own. Mom reaches out from her shrieking hordes, cries, "I touched him!" and faints away. The tragic Senator stalks smiling to the podium and leads the litany of panic, the rituals of logic perverted, the induced madness of those the god's have marked for destruction. "McCarthyism," the rule of unreason, is one with momism: a noble end aborted by sick-minded means, a righteous intent--in terrorism fouled and tyranny foundered.
     Today, too, there is mom and her mass affair with Liberace. . . .
     Tomorrow, she will shriek around and dote upon some other Hero, as sick, or as fatuous.
     Today, while decent men struggle for seats in government with the hope of saving our Republic, mom makes a condition of their election the legalizing of Bingo. What will she want tomorrow when the world needs saving even more urgently?
     We must understand mom before we lose touch with understanding itself.
     I showed her as she is--ridiculous, vain, vicious, a little mad. She is her own fault first of all and she is dangerous. But she is also everybody's fault. When we and our culture and our religions agreed to hold woman the inferior sex, cursed, unclean and sinful--we made her mom. And when we agreed upon the American Ideal Woman, the Dream Girl of National Adolescence, the Queen of Bedpan Week, the Pin-up, the Glamour Puss--we insulted women and disenfranchised millions from love. We thus made mom. The hen-harpy is but the Cinderella chick come home to roost: the taloned, cackling residue of burnt-out puberty in a land that has no use for mature men or women.
     Mom is a human calamity. She is also, like every calamity, a cause for sorrow, a reproach, a warning siren and a terrible appeal for amends.
     While she exists, she will exploit the little "sacredness" we have given motherhood as a cheap-holy compensation for our degradation of woman: she will remain irresponsible and unreasoning--for what we have believed of her is reckless and untrue. She will act the tyrant--because she is a slave. God pity her--and us all!


Philip Wylie, "Common Women," Generation of Vipers (New York: Pocket Books, 1942, 1955), pp. 184-196.

Freitag, 29. Juni 2012

Emanzipation: Männer ohne Frauen

http://ef-magazin.de/2008/07/15/418-emanzipation-maenner-ohne-frauen

von Michael Ludwig
Warum sich binden, wenn die Politik an einem verheerenden Frauenbild bastelt?
Der Sommer ist die Jahreszeit, in der Männer ohne Frauen die Einsamkeit besonders spüren – die Hitze des Julis und des Augusts, vor allem an Sonn- und Feiertagen, lastet schwer wie Blei auf unseren Schultern. Nachmittags, wenn die Luft vor unbarmherzig herunter stechenden Sonnenstrahlen flirrt, und die Minuten im Stundentakt an uns vorüber ziehen, fühlen wir das Fehlen eines Echos. Wir rollen uns im Liegestuhl zusammen, verfluchen unsere Existenz und sind nahe daran, uns eine Kugel in den Kopf zu jagen. Eine schier grenzenlose Traurigkeit ergreift von uns Besitz. In dem Augenblick, in dem die Depression ihren höchsten Punkt erreicht hat, und wir unseren gehobenen Lebensstil mit Eigentumswohnung inklusive Dachterrasse und dem 3er BMW in der Tiefgarage selbst gegen das stets hungrige und gehetzte Dasein eines Straßenjungen in Mexico City tauschen würden, Hauptsache wir wären nicht allein, zerfetzt ein markerschütternder Schrei die Stille. Wir schrecken wie aus einem Albtraum hoch und wissen sofort: aha, das war das Baby des Nachbarn Schulze. Wir sehen, wie der arme Mann Koffer und Kisten zu seinem Familien-Van schleppt, wir hören die keifende Stimme seiner Ehefrau, der kurz vor der Abreise wieder einmal die Nerven durchgehen, erschaudern bei dem unentwegten Geplapper der 13-jährigen pubertierenden Tochter und wären glatt dazu fähig, Freddy, den sechs Monate alten Säugling, mit bloßen Händen zu erwürgen. Schulzes brechen mal wieder zur Fahrt in den Jahresurlaub auf. Und schon weicht die finstere Stimmung in uns – ja, sie wird von Sekunde zu Sekunde heller und freundlicher. Wir stellen uns vor, wir müssten jetzt mit der ganzen Familie, mit Sack und Pack und womöglich noch mit einem Köter drei Wochen lang auf einen Campingplatz fahren, weil das nötige Kleingeld für eine angemessene Pension mit einem halbwegs brauchbaren Bett fehlt, und dort, zwischen 60-jährigen Frauen mit Lockenwicklern und Rentnern, denen nichts anderes in den Sinn kommt, als an wackeligen Campingtischchen stundenlang Skat zu klopfen und dabei eine Bierflasche nach der anderen zu leeren, die schönsten Wochen unseres Lebens verbringen. Nein, diese Vorstellung ist eigentlich unvorstellbar. Und deshalb löscht sie unser Unbewusstes sofort aus unserem Bewusstsein. Beschwingt, als hätte uns ein Engel mit seinem Zauberstab berührt, schwingen wir uns aus dem Liegestuhl, eilen zur Hausbar und schenken uns ein Glas Prosecco ein. Wir blicken in den dort angebrachten Spiegel, finden, dass wir blendend aussehen, prosten uns zu und sind froh, das zu sein, was wir sind: Männer ohne Frauen.
Männer ohne Frauen sind das, was dieser Ausdruck genauestens beschreibt – sie haben keine Frau. Sie sind nicht verheiratet (möglicherweise waren sie es, sind es aber, Gott sei Dank, nicht mehr), leben mit niemandem zusammen und sind auch nicht in eine feste Partnerschaft eingebunden. Ihre Existenz definiert sich in dieser Hinsicht als die Abwesenheit des anderen Geschlechts. Das muss nicht immer so sein, denn hin und wieder sind diese Männer auch Männer mit Frauen, aber nur zeitweise. Unsere Beziehungen zu Frauen laufen nicht auf ein „lebenslänglich“ hinaus, sondern zersplittern in Episoden, in Affären ohne tiefere Bedeutung, aber dafür mit Lustgewinn. Jede steht für sich, folgt ihren eigenen Gesetzen, und wenn man sie aneinander reihen würde, ergäben sie kein einheitliches Muster, sondern ein buntes, verwirrendes Mosaik. Wir fühlen uns wie jemand, dem im großen Spiel der Liebe die Regeln abhanden gekommen sind. Nichts folgt einem berechenbaren Plan. Dem Kennen lernen folgt nicht unbedingt der erste Kuss und dann die gemeinsam verbrachte Nacht; es kann genauso umgekehrt sein – zuerst die leidenschaftliche Umarmung zweier Körper, deren Seelen einander so fremd sind wie die Bewohner von Mars und Erde, dann der erste Kuss und schließlich der lange gemeinsame Spaziergang durch den Stadtpark an einem sonnigen Sonntag Nachmittag. Wie Zygmunt Bauman, ein polnisch-britischer Soziologe, der lange über Liebe und Leidenschaft in postmodernen Zeiten nachgedacht hat, es beschrieb, schätzen Männer ohne Frauen, dass die Konsequenzen ihrer Beziehungen nur so lange anhalten wie die Beziehung selbst. In keine wird eine Grundschuld eingetragen, die in die Zukunft reicht. Wir halten sie frei von Hypotheken und sonstigen Belastungen. Das macht uns zwar mitunter einsam, aber es verleiht uns die Unabhängigkeit eines Touristen, der auf der Reise durch sein Leben anhalten kann, wo er will, und seine Aufenthalte so gestaltet, wie es seinen Bedürfnissen und Launen entspricht. Er reist autonom und auf volles eigenes Risiko. Er befindet sich im diametralen Gegensatz zum Pauschaltouristen, dessen Reise organisiert ist wie die Führung durch ein Museum.
Welche Gründe hat ein Mensch, allein bleiben zu wollen? Einen hat die britische Schriftstellerin Barbara Pym sehr treffend formuliert: Ich gehöre nicht zu den Leuten, die dauernd mit anderen zusammen sein müssen, es macht mir nichts aus, allein zu sein, deswegen hege ich auch eine gewisse Sympathie für Leute, die alleine leben, und ich denke, dass es ganz falsch ist, wenn man heutzutage glaubt, sich dauernd um solche Menschen kümmern zu müssen. Dauernd wird über die Einsamkeit geredet, aber ich glaube, es ist vielleicht etwas in ihnen, das sie einsam macht, und dass man deswegen auch gar nicht viel für sie tun kann. Nein, man muss wahrlich nicht dauernd mit jemanden zusammen sein, weder mit Freunden, noch mit einer Frau. Doch jenseits eines angeborenen Charakterzuges, die Dinge des Lebens lieber allein in Angriff zu nehmen (wofür in der Tat eine Menge spricht), gibt es ein Problem, das den permanenten Umgang mit dem anderen Geschlecht nicht einfach macht, nämlich das der Nähe und Distanz. Sind Männer ohne Frauen Männer, die das nicht auf die Reihe kriegen? Schaffen sie es nicht, beides ins rechte Verhältnis zu setzen? Doch, gerade sie sind es, die es geschafft haben, die Balance zu wahren. Männer mit Frauen erleben die absolute Nähe ihres Partners. Und was kommt dabei heraus? Scheidungen, Handgreiflichkeiten, Rosenkriege, die Erkundung von Fluchtwegen. Die Beschwörungen, der Partner habe ja ein eigenes Zimmer, in das er sich zurückziehen könne, sind nichts als reine Schutzbehauptungen, um den zögerlichen Mann doch noch für eine Partnerschaft in Permanenz weich zu klopfen. Nichts ist schneller aufgerissen als die Tür zum „Zimmer für sich allein“ (Virginia Woolf). Wer sich in die Falle einer gemeinsamen Wohnung locken lässt, hat schon verloren – wie ein Rudel hungriger Löwen umkreisen ihn Frau, Nachkommenschaft, Schwiegermütter auf Besuch, Freundinnen der Angetrauten aus dem Volkshochschulkurs „Wir basteln unseren Weihnachtsschmuck selber“ (bestenfalls) bis hin zu stahlharten Feministinnen des Grünen Arbeitskreises „Brecht die Macht der Männer“ (schlechtestenfalls). Die Sozialisierung des Eigentums und die Kontrolle rund um die Uhr –  big woman is watching you – beginnen mit dem Bezug einer gemeinsamen Wohnung. Wir, die Männer ohne Frauen, haben es da leichter. Wenn die Abende, wie jetzt im Sommer, lang werden, schwärmen wir aus in die Biergärten, Straßencafes, Stadtteilfeste und Freilichtaufführungen. Wir sind die Konsumenten des weiblichen Angebots; wir nehmen in Augenschein, prüfen, sind zum Kauf (Rückgaberecht bei Nichtgefallen selbstverständlich eingeschlossen) entschlossen oder verwerfen. Aber das gilt auch umgekehrt. Denn es gibt auch Frauen ohne Männer, und für die sind wir das gleiche – Konsum, der seinen Marktwert hat oder auch nicht hat. Auch wir müssen uns anstrengen, der Konkurrenz aus den eigenen Reihen Paroli zu bieten.
Was bestimmt den Marktwert einer Frau? Aber ist es nicht traurig,
einen Menschen so zur Ware herabzuwürdigen? Wie kommen wir überhaupt dazu, dies zu tun? Hat der jahrzehntelange Kampf der Geschlechter derartige Verwundungen hinterlassen, dass wir Frauen heute hassen? Ich glaube, dass wir ein weitgehend entemotionalisiertes Verhältnis zum anderen Geschlecht entwickelt haben, denn im Laufe der Zeit haben wir unseren Glauben an die romantische Liebe verloren. Ja, damals, als wir noch jung waren, konnten wir uns noch verlieben. Der Horizont unserer Gefühle lag weit offen und ungeschützt vor uns – ein schier grenzenloser Erfahrungshunger trieb uns in die Welt der Mädchen und Frauen. Wir verliebten uns, schworen ewige Treue, brachen sie oder wurden wie räudige Hunde aus dem Leben unserer Angebeteten vertrieben. Wir wurden älter. Wir, die Männer ohne Frauen, verpassten den Anschluss an ein eheliches Leben – unsere Liebe war vielleicht nicht stark genug oder vielleicht zu stark, so dass es unserer Partnerin zuviel wurde, unsere Freundin wurde nicht schwanger, wir engagierten uns im Beruf und verloren dabei die Welt der Liebe ein wenig aus den Augen. So lebten wir in den Tag hinein. Wir entwickelten kleine Marotten und einen Hang zur Unabhängigkeit. Und irgendwann einmal war es zu spät – die romantische Liebe wich der Erkenntnis, dass die Beziehung zwischen den beiden Geschlechtern eine höchst komplizierte Angelegenheit ist, durchdrungen von Unabwägbarkeiten, die von unserem Bewusstsein (und dem der Frauen) nicht wirklich gesteuert werden können. Unser Unbewusstes feiert fröhliche Urständ – wir projizieren in den anderen unsere Wünsche, Hoffnungen, unsere Abneigungen und Hassgefühle. Nein, die romantische Liebe ist ab einem gewissen Zeitpunkt der Erkenntnis kein geeigneter Kompass mehr, sich auf die tosenden Urgewalten des emotionalen Meeres in uns einzulassen. Ein Freund, der im Internet seine Fangnetze ausgeworfen hatte, meinte neulich resigniert: „Es ist der Wahnsinn, was da einem alles begegnet. Kürzlich traf ich eine, die durchaus attraktiv und witzig war. Sie arbeitet in einer Bank. Doch der Bank geht es wirtschaftlich schlecht, und es stehen Entlassungen an. In einem höchst vertraulichen Augenblick schlang sie die Arme um meinen Hals, blickte mir tief in die Augen und sagte mit erotisch-gurrender Stimme: Wenn ich jetzt schwanger werden würde, könnte ich die Punkte auf meinem Sozialkonto, das für die Entlassungen von entscheidender Bedeutung ist, wesentlich steigern. Ich finde, das wäre einen Versuch wert.“ Und ein befreundeter Psychologe sagte in einem Anflug von trockenem Humor: „Von 100 Frauen, die du auf der freien Wildbahn antriffst, sind 85 nicht ganz sauber. Die Kunst besteht darin, die restlichen 15 aufzustöbern.“ Angesichts dieser ernüchternden Tatsachen sind wir Männer ohne Frauen geblieben. Andererseits hat der Publizist Ulf Poschardt, eine dieser Galionsfiguren der Postmoderne, in einer Talkshow die Losung ausgegeben, dass der Single in der modernen Welt (eine Beschreibung, die auf uns zutrifft) nur so lange ein glücklicher Single sein kann, solange im letzten Winkel seines schlagenden Herzens die Hoffnung keimt, doch noch die Frau fürs Leben zu finden. Diese dialektische Spannung ist es, die uns von den anderen unterscheidet – ein selbst bestimmtes Leben ohne festen Partner zu führen mit der Antithese im Marschgepäck, dass die große Liebe dennoch möglich ist und uns jeden Augenblick wie ein Blitz aus heiterem Himmel zu einem glücklichen Mann mit einer Frau machen kann.
Die Generation 50 plus, der ich angehöre, befindet sich in einer schwierigen Lage. Sie ist noch immer von der Welt, in der ihre Eltern aufwuchsen, geprägt, als da sind die Rollenverteilung nach Geschlecht, Gehorsam, ein Erziehungsstil, der das anything goes weitgehend ausschließt, und ein Mutter(und damit Frauen)bild, das sich an konservativ-klassischen Werten orientiert. Für mich ist eine Mutter etwas ganz bestimmtes – sie ist, wenn ich als Kind da bin, auch da. Sie glänzt nicht durch Abwesenheit, sondern durch Anwesenheit. Sie nimmt mich in den Arm, wenn ich es brauche und nicht, wenn ich ihr zufällig mal über den Weg laufe, abends um halb acht, wenn sie abgehetzt und entnervt aus dem Büro zurückgekehrt ist. Sie ist der Fluchtpunkt, wenn ich aus der Schule nach Hause komme (nach einem zu Hause, in dem Leben und Lebendigkeit herrschen, nicht der zurückgelassene Zettel mit der flüchtig hingeworfenen Notiz: Das Essen ist in der Mikrowelle. Mach es dir warm). Ich möchte meiner Mutter jederzeit meine Sorgen und Nöte mitteilen können, wem denn sonst, schließlich ist sie meine Mutter. Kurzum: ich will, dass meine Mutter wie der Kachelofen ist, der in unserem Wohnzimmer stand – Wärme ausstrahlend, etwas, an dem man sich gerne anlehnt, neben dessen Kacheln man behaglich sitzt, während es draußen stürmt und schneit. Das, verdammt noch mal, will ich. Und dieses Bild hat sich meine Generation in ihrem tiefsten Herzen bewahrt und es mit auf ihre Reise durch das Leben genommen. Wir wollen Frauen haben, wie sie unsere Mütter gewesen sind. Wir wollen, dass sie zu unseren gemeinsamen Kindern so sind, wie unsere Mütter zu uns waren.
Aber was finden wir vor? Emanzen. Feministinnen jedweder Couleur. Durchgeknallte Genderamazonen. Es ist der absolute Wahnsinn. Frauen sind heute nicht mehr Frauen (zumindest nicht das, was wir unter Frauen verstehen), sondern nur noch so genannte Frauen. Sie vermännlichen immer mehr. Alice Schwarzer und die Ihren haben ihnen eingeredet, sie müssten beruflich genauso erfolgreich sein (denn Arbeit, das wissen wir, macht, auch wenn es ein ausgesprochen böses Beispiel dafür gibt, frei) wie wir Männer, sie müssten sich selbst verwirklichen (wobei ich den Verdacht hege, dass die meisten – Frauen wie Männer – gar nicht wissen, was ihr Selbst ist, und deshalb alle Anstrengungen in diese Richtung ohnehin sinnlos sind. Aber Alice Schwarzer weist trotzdem den Weg. Er endet in der Regel in der Sackgasse einer Scheidung). Da ich ein Mann ohne Frau bin, aber wie Ulf Poschardt die Hoffnung nach der großen, alles andere vergessen machenden Liebe noch nicht ganz aufgegeben habe, frage ich mich immer wieder: „Wäre die da die Richtige?“ Zum Beispiel unsere Familienministerin Ursula von der Leyen. Lassen wir mal das Äußere beiseite – die aufgestylte Frisur, die herbe Ausstrahlung, die diamantene Härte der Stimme – und konzentrieren uns auf das Wesentliche, nämlich auf die inneren Werte. Ich frage das ganz ohne Häme, denn eine Familienministerin ist eine ganz besondere Ministerin. Sie muss anders beschaffen sein als beispielsweise eine, die für Verteidigung zuständig ist, oder für die Polizei oder die Finanzen. Eine Familienministerin, so stelle ich mir das vor, muss vor Mütterlichkeit geradezu vibrieren. Sie muss Liebe ausstrahlen. Tut das die von der Leyen? Sie hat sieben  Kinder, aber mit denen will sie offensichtlich nicht viel zu tun haben, denn sie hat sich nach  Berlin zur großen Politik abgesetzt, der sie ihren Stempel aufdrücken will; einen Stempel, dessen Bild wir folgendermaßen zu deuten haben – Frauen haben zu Hause nichts zu suchen; ihre Ziele, die sie zu verwirklichen haben, liegen jenseits der Ehemänner und Kinder (also jenseits der Familien), nämlich im industriellen Verwertungsprozess unserer auf die Erwirtschaftung von Mehrwert fixierten Gesellschaftsordnung. Und so verwandeln sich die Frauen in moderne Arbeitssklaven, den Männern durchaus ebenbürtig und damit auch immer ähnlicher werdend. Sie krempeln ihre Ärmel hoch, nicht um uns, ihre Männer, zu streicheln, sondern um Karriere zu machen. Sie leisten Überstunden, spinnen Intrigen in den Büros, kochen nicht einmal mehr Kaffee, sondern nur noch vor Ehrgeiz. Mit so einem Zombie möchte ich auf die Dauer mein Bett nicht teilen. Und während ich diese Zeilen mit wachsender Empörung in meinen Laptop tippe, taucht in meiner Phantasie das Bild von Viktor Frankenstein auf, der in seinem unterirdischen Laboratorium und unter strikter Geheimhaltung sich ein Monster nach eigenen Vorstellungen zusammengebastelt hat. Ursula von der Leyen, die ganze CDU/CSU, die SPD und die übrigen Linken sowieso, sind dabei, einen ähnlichen weiblichen Dämon zu schaffen.
Ich aber bin frei. Kein ökonomischer Zwang treibt mich dazu, meine Partnerin (wenn ich eine habe) den Sozialingenieuren der Moderne zum Fraß vorzuwerfen. Oft ist es nicht einfach, eine Begleiterin zu finden, die mir das schenkt, was ich so dringend brauche. Sie sind sehr rar gesät, und das, was nachkommt, kann man in der Regel vergessen. Deshalb bin ich einer dieser Männer ohne Frauen.

Samstag, 7. April 2012

Das wahre Ziel des Feminismus

Das wahre Ziel des Feminismus

Quelle: http://www.wgvdl.com/forum/board_entry.php?id=225845#p226098

Übersetzt von Krankenschwester - Vielen Dank dafür!

vom Sergej Strojev

In der modernen westlichen Gesellschaft ist Feminismus ein Teil der herrschenden staatlichen (genauer gesagt, überstaatlichen, grenzüberschreitenden, d.h. globalen) Ideologie. Als solcher wird er streng und ausnahmslos durch die Schule, Universitäten und Massenmedien aufgezwungen und ist in den Gesetzen fest verankert. Bedeutende Menge der Finanzressourcen wird in die feministische Propaganda, "Gender Studien", "Frauenwissenschaft", feministische Literatur usw. investiert. Die Frage, von wem und mit welchen Ziel die feministische Bewegung finanziert wird, ist eher rhetorisch.
Ein Träger solcher Finanzierung in der kapitalistischen Welt kann nur ein kollektiver Träger des Kapitals sein- in dem Fall die transnationale Finanzoligarchie. Einen anderen Träger, der in heutiger Kapitalgesellschaft solche bedeutende Finanzierung, mit Einbeziehen wie Straf- so Bildungsfunktionen des Staates (genau genommen, der regionalen Administration der neuen Weltordnung), kann es einfach nicht geben.

Die Antwort auf die Frage "wer finanziert?" gibt automatisch die Antwort auf die Frage "mit welchem Ziel?". Und die wäre: zum Erfühlen der eigenen Klassen- oder wenn man will, Kommerziellen- Interessen. Es bleibt uns nur noch den Mechanismus dieser Angelegenheit zu verstehen. Und es ist einfach. Gegen wen kann man für die "Rechte der Frauen" kämpfen und wer hat die Rolle des "Unterdrückers" und "Diskriminierers"? Natürlich die Männer.
Als Ergebnis wird eine Hälfte der Gesellschaft in Rahmen der künstlich erzeugten Kontroverse der anderen Hälfte entgegengesetzt. Damit wird der reale Widerspruch- der Unterschied der Interessen von Mehrheit der Bevölkerung und eines kleinen Kreises der Finanzoligarchie- in den Schatten gestellt.

Zerspaltene, atomisierte Gesellschaft verliert die Fähigkeit die eigenen natürlichen Klasseninteressen, die durch Monopolisierung des Kapitals und die Abgrenzung der Finanzoligarchie von der Nation, mit den internationalen Interessen übereinstimmen, zu konsolidieren.
Zusätzlich zur künstlich erzeugten Spaltung der Gesellschaft auf Geschlechterebene, wird von der kapitalokratischen Oligarchie die Zerstörung der traditionellen Familien vorangetrieben: die Frauen werden vereint, um gegen die Männer zu kämpfen, und die Männer- gegen die Frauen.
Der Wunsch der Weltkapitalokratie die traditionelle Familie als unverzichtbare Basis der Gesellschaft zu zerstören wird nicht nur nicht mehr versteckt, sondern auch offen deklariert. So erklärte der offizielle Vertreter der UNO (UNFPA) Arie Hoekman gleich am Ende des Weltfamilientages in Mexico (Januar 2009), dass die Zerstörung der Familien, hohe Scheidungsrate und die große Anzahl der unehelichen Kinder nicht ein Indiz für die gesellschaftliche Krise, sondern "ein Sieg der Menschenrechte über Patriarchat" ist. Die Zerstörung der Familien hat außer der Atomisierung der Gesellschaft noch ein Ziel: maximale Schwächung der Rolle der Eltern bei der Erziehung der Kinder und ungehindertes Formen des "neuen Menschen" durch Schulen und anderen, der Kapitalokratie unterliegenden Ausbildungsstätten zu ermöglichen.
Im Endeffekt versucht die Oligarchie einen qualitativ neuen Menschen- den idealen Konsumenten mit regulierbaren Wünschen und Bestrebungen, der zum eigenständigen Denken und Handeln nicht fähig ist,- zu erhalten. Die Weitergabe des Wissens, der Weltanschauung und der Moral von Generation zur Generation in Rahmen der traditionellen Familien stört die Oligarchie beim Formen der neuen Gesellschaft, die deren Interessen entspricht.
Deshalb wird die Familie als Institution der gezielten Zersetzung und der Zerstörung durch die Konfrontation zwischen dem Mann und der Frau, zwischen dem Kind und den Eltern, mittels aktiver Einmischung des Staates in die familiäre Verhältnisse mit dem Vorwand des "Schutzes gegen die häusliche Gewalt", mit der Propaganda des mit der Familiengründung nicht zu vereinbarenden Lebensstils und durch den Beschluss der familienfeindlichen Gesetze, ausgesetzt.
Der Feminismus, als Ideologie der Feindschaft der Geschlechter und der Konfrontation auf geschlechtlicher Ebene, ist ein dafür geeignetes Werkzeug.
So muss man konstatieren, dass der Auftraggeber und Organisator des "Kampfes für Frauenrechte" die Kapitalokratie ist, die mit dieser Maßnahme die Gesellschaft spaltet, atomisiert und zerstört.
In der Tat ist dieser Kampf nicht nur gegen die männlichen Interessen, sondern auch gegen die Interessen der weiblichen Bevölkerung ausgerichtet, und wird ausschließlich zu Gunsten des engen Kreises geführt.
Der Sinn diesen Kampfes ist nicht das Erkämpfen von irgendwelchen Rechten, sondern der Zustand der Trennung der Geschlechter und gegenseitiger Feindseligkeit, des Misstrauens und des Hasses.
Außer der Oligarchie könnten davon nur noch die Schwulen und Lesben profitieren...

Der Feminismus positioniert sich als die Bewegung für Gleichberechtigung der Frauen. In Wirklichkeit hat er sein nominales Ziel im vollen Umfang noch vor seiner eigentlichen Entstehung erreicht. Wenn man natürlich den Zeitpunkt der Entstehung des modernen Feminismus ab Herausgabe des Buches "Das andere Geschlecht" (Simone de Beauvoir, 1949), und nicht ab der Entstehung der Suffragetten- Bewegung (Ende des XIX- Anfang des XX Jahrhunderts) oder ab den ersten Forderungen nach Frauenwahlrecht in USA, Frankreich und England (Ende des XVIII Jahrhunderts) bestimmt. Vom Sowjet Union ganz zu schweigen. Die Frauen waren den Männern in Wahl-, Eigentums- und sonstigen juristischen Rechten gleich gestellt.

Somit hatte der moderne Feminismus, der sich seit der 60' rasant entwickelte, keinen realen Bezug zum Kampf für die Gleichberechtigung. In der Realität setzten sich selbst die milden Formen des Feminismus nicht für die gleichen Rechte und gleichen Startchancen, sondern für das gleiche Endergebnis ein.. Also nicht die Gleichberechtigung, sondern die Gleichmacherei im Sinne der Identifikation und Auslöschung der geschlechtlichen Unterschiede in jedem gesellschaftlich wichtigen Bereich. Die radikalen Formen des Feminismus verlangten offen nach Ungleichheit und Diskriminierung zu Gunsten der Frauen und/oder nach der geschlechtlichen Apartheid. Die extremsten Formen des amerikanischen Feminismus erklärten die Familienzerstörung, den Kampf gegen normale heterosexuelle Beziehungen, die Propaganda biologischer Überlegenheit der Frauen, Männerhass und gar die Idee von der vollkommenen Vernichtung der männlichen Bevölkerung offiziell zur eigenen Doktrin.

Die "Diskriminierung" und "Unterdrückung" der Frauen begründeten die Feministinnen nicht mit der Differenz in den juristischen Rechten (da solche nicht mehr existiert hat), sondern ausschließlich mit dem Unterschied in dem Sozialstatus und die Prävalenz der Männer in der Wirtschaft, der Verwaltung, der Kunst, der Wissenschaft und anderen Bereichen. Allerdings beweist die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern keinesfalls die Diskriminierung, sondern ist normal, da diese das unmittelbare Ergebnis von biologischen Unterschieden zwischen dem Mann und der Frau ist und auf den anatomischen, genetischen und psychophysiologischen Ebenen vertreten wird. Um diese Tatsache umzugehen, haben die Feministinnen politisch korrekten Begriff "Gender" eingeführt, der die soziale, durch die gesellschaftliche Erziehung entstandene, Rolle des Menschen beschreibt.

Entsprechend wurde daraus ein feministisches Axiom, dass Gender der reinen sozialen Natur und nicht an den biologischen Geschlecht gebunden ist. Laut Feministinnen, sind alle mentalen, emotionalen, an den Geschlecht gebundene Verhaltensunterschiede nicht des biologischen Ursprungs, sondern werden durch unterschiedliche soziale Erziehung diktiert. Die unterschiedlichen Rollen und Verhaltensmustern von Männern und Frauen, die zur ungleichen Vertretung in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen führen, wurden zu einem Ergebnis der "Verschwörung" und einer Quelle der "Diskriminierung" erklärt. Klar ist, dass solche Theorie aus wissenschaftlicher Sicht absolut grund- und haltlos ist, da die Wirkung der Sexualhormonen auf das Verhalten schon längst bewiesen wurde.
Insbesondere ist es gut bekannt, dass das Verlangen nach Führung, die letztlich die Position in der sozialen Hierarchie bestimmt, weitgehend durch den männlichen Sexualhormon Testosteron reguliert wird. Dieses hat auch starken Einfluss auf das räumliche Orientierungsvermögen, was auch für eine Reihe von Berufen unverzichtbar ist. Ebenso gibt es keinen Zweifel über die hormonelle Regulation des Mutterinstinktes. Gut bekannt sind die geschlechtsspezifische Unterschiede der funktionellen Asymmetrie der Gehirnhemisphären, die die Unterschiede in der Art des Denkens und Informationsverarbeitung im Allgemeinen bestimmen. Es ist zweifellos, dass die Hormonen und allgemeiner emotionaler Hintergrund, Charakter der Motivation, die Leistungsfähigkeit und eine Reihe weiterer mentalen Eigenschaften miteinander verbunden sind. Schließlich ist dieses feministische Postulat über sozialbedingten Verhaltensweisen des "Genders" durch die Tatsache, dass die menschliche Verhaltensmodelle ähnlich den Verhaltensmodellen anderer höheren Primaten sind, widerlegt. Somit sind die geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede nicht durch die Kultur erschaffen, sondern nur durch diese geziert worden. Diese Unterschiede sind biologischen Ursprungs: sie sind genetisch bedingt, hormonell realisiert und haben eine wichtige adaptive Rolle für die Menschen im Ganzen.

Und sie wurden lange vor der Entstehung nicht nur der homo sapiens, sondern auch der Menschen im allgemeinen als seine Art (Homo) gebildet. Das heißt, zum Beginn der Menschwerdung waren diese Verhaltensmodelle in ihren Grundzügen bereits gebildet. Die Menschen erbten diese von ihren affenähnlichen Vorfahren und behielten sie während der menschlichen Geschichte nahezu unverändert.
Verändert hat sich letztendlich nur die kulturelle Verzierung.
Entsprechend der biologischen Unterschieden zwischen den Verhaltensmustern, Motivationen, Charakteren des Denkens, Willenskräften und Kreativität wird die soziale Rolle und Nische für die Vertreter des jeweiligen Geschlechts bestimmt. Während der Mann aufgrund seiner biologischen (genetischen, hormonellen, physiologischen und psychischen) Eigenschaften überwiegend auf öffentliche und berufliche Aktivitäten orientiert ist, konzentriert sich die Frau überwiegend auf die Organisation des Familienlebens und die Geburt und Erziehung der Kinder.
Die geschlechtliche Unterschiede auf Politik- und Wirtschafts- und Berufsebene (auch die berüchtigte "Lohndiskriminierung") bei vollkommen gleichen Startmöglichkeiten, sind keine Diskriminierung, sondern eine einfache Tatsache, dass die psychophysiologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern existieren und die biologische Norm widerspiegeln. Der Feminismus, die wissenschaftliche Erkenntnisse und Beweise ignorierend, versuchte es dennoch seinen Gender- Mythos experimentell zu rechtfertigen. Insbesondere experimentierten die Feministinnen an den Kindern, um die geschlechtlichen Unterschiede im Verhalten von Jungen und Mädchen zu brechen und diese zur verhaltens- neutralen ("asexuellen") Personen zu formen.

Einige Beispiele solcher Experimenten sind in dem Buch "Die Beziehungssprache" (*?) vom Allan & Barbara Pease beschrieben und vom A. Nikonov in dem Buch "Das Ende des Feminismus" zitiert:
"In dem israelischen Modell der gesellschaftlichen Einheit, bekannt als Kibbuz, wurde über mehrere Jahre versucht die geschlechtliche Stereotypen zu vernichten. Die Kinderkleidung, die Frisuren, der Lebensstil waren so reglementiert, dass jedes Kind gleich wie ein geschlechtsloses Wesen aussah. Gefördert wurden solche Beschäftigungen für den Jungen wie Puppen spielen, Stricken, Nähen, Kochen und Putzen. Bei den Mädchen war es Fußball, Klettern auf Bäume und Dart spielen. In seinem Konzept ist Kibbuz eine geschlechtsneutrale Einheit der Gesellschaft, in der es keine harte Trennung der Geschlechter, dennoch die Chancengleichheit für alle gibt... Sexistische Sprache und Sätze wie "Jungen weinen nicht" oder "Mädchen sollen sich nicht im Dreck wälzen" wurden nicht mehr verwendet. Die Kibbuzen verkündeten das Erreichen der vollkommenen Austauschbarkeit der Geschlechter.
Was geschah im Endeffekt? Nach 90 Jahren der Existenz der Kibbuzen, zeigte die Forschung, dass die Jungen ständig aggressives Verhalten und Ungehorsamkeit zeigten, sich in die Gruppen aufteilten und in diesen um die führende Position kämpften. Währenddessen arbeiteten die Mädchen zusammen, vermieden die Konflikte, demonstrierten ihre Zuneigung, schlossen die Freundschaften und tauschten unter einander die Geheimnisse aus. Bei der Wahl der Spezialisierung in der Schule wurden jeweils die Beschäftigungen angestrebt, die mit der Orientierung des männlichen und weiblichen Geistes verbunden sind: die Jungs wählten die Fächer wie Physik, Technik, Sport und die Mädchen wurden später Lehrerinnen und Krankenschwestern... Die biologische Natur führte jeden auf den Weg entsprechend der Besonderheiten des männlichen oder weiblichen Gehirns. Die Untersuchung der Kinder, die in einer geschlechtsneutralen Atmosphäre aufwuchsen, hat gezeigt, dass sogar die Beseitigung von "Mutter- Kind"- Beziehung nicht die Unterschiede in der Bevorzugung beeinflusst hat..." Außerdem bringt A. Nikonov in seinem Buch weitere Beispiele: "Großflächig und fanatisch wurde in Vereinigten Staaten mit der Verhaltensinvalidität der Jungen experimentiert. Amerikanische Schulen, Unis und Colleges gaben sich in diesem Bereich viel Mühe. Um aus den Jungen "das Gift der Aggression" auszutreiben, wurde ihre Erziehung an die Erziehung der Mädchen maximal angeglichen.
In experimentellen Klassen dürften die Jungen keine männliche Sportarten ausüben, nicht "Polizist und Räuber" spielen, sie hatten keine Spielzeugwaffen und ihnen wurde verboten irgendwelche Bücher über historische Kämpfe zu lesen. In North Carolina verbot eine feministische Leiterin von der Abteilung des Departements für Kinderentwicklung einer Kinderklinik den Jungen die Spielzeugsoldaten zum Spielen zu geben. Die Leiterin motivierte es auf diese Weise: die Soldaten sind "potenziell gefährliches Spielzeug, da die Kinder sie nutzen, um die Gewalttätigkeit zu spielen." Mehr als 10 Jahre verstümmelte die Amerika ihre Kinder. Und stellte nach und nach fest, dass der Versuch einen neuen Menschen zu kreieren fehlschlug. Deformierung der Psyche der Jungen ist nicht gelungen. Vollkommene Auslöschung ihrer Wesen auch nicht. Jedoch man war darum sehr bemüht, Gott ist der Zeuge! Ein fanatischer Feminist an einer Schule in Baltimore versuchte die 9-jährigen Jungen mit Puppen zu spielen zu überzeugen. Danach verdrehte er die Augen: "Ihre Reaktion war so feindlich, dass die Ruhe im Klassenzimmer nur mit Mühe hergestellt werden konnte". Wer hätte das gedacht!? So konstatierten die Forscher Lockheed & Harris: nach einem Jahr der Gendererziehung ist es den Lehrern nicht gelungen die geschlechtliche Identität aus den Kindern auszutreiben. Bekannt ist, dass Jungen in der Klasse gerne mit den Jungen sitzen, und Mädchen entsprechend mit den Mädchen. Gender- gerecht zwangen die Lehrer Jungen mit Mädchen zu sitzen und Pausen sich an den Händen haltend (Junge und Mädchen) zu verbringen. Kein Wunder, dass die Schüler bei der Befragung angaben, solche Lehrer zu hassen. Mädchen sagten, übrigens, das Gleiche.
Es ist festzustellen, dass die Ideologie des Feminismus unwissenschaftlicher Natur ist und die Verkörperung von dieser unweigerlich die menschenfeindliche Formen einnimmt und mit dem Nationalsozialismus vergleichbar ist. Bezeichnend ist auch, dass der Kampf des Feminismus nicht nur gegen biologische Natur des Menschen, sondern auch gegen die traditionelle menschliche Kultur, einschließlich sämtliche spirituelle und religiöse Traditionen (auch der drei Weltreligionen - Christentum, Islam und Buddhismus), die Normen der traditionellen Moral und gegen die gut etablierte Beziehungstradition in der Kultur von fast allen Nationen ausgerichtet ist. Im Bezug auf die traditionelle Kultur ist der Feminismus eines der Werkzeuge der Zerstörung - und das ist eine andere seiner Aufgaben bei der Zerstörung der sozialen Bindungen und der Atomisierung der Gesellschaft. Der Feminismus - egal ob "rechts" oder "links"- ist ein Instrument der Kapitalokratie zur Zerstörung der traditionellen sozialen Institutionen (Familie, Nation) und Beziehungen.
Er hat 2 Aufgaben: die Atomisierung der Gesellschaft und die Zerstörung des Systems der Erziehung in der Familie. Somit ist er eine Komponente des Programms zur Erschaffung der so genannten "Neuen Weltordnung"- Umformen der Menschheit in eine leicht lenkbare Masse der Konsumenten. Eines der wichtigsten Instrumente der Zerstörung von Fähigkeit der Menschen zur kritischen Wahrnehmung der Realität ist s.g. "Bildungsreform" in der die klassische grundlegende Systemen des Unterrichts durch "modularen" ersetzt werden.
Um eine Vorstellung zu bekommen, was diese "modulare Bildung" ist, führen wir einpaar Beispiele an.

In den Büchern "Manipulation des Bewusstseins" und "Sowjetische Zivilisation" zitierte der S.G. Kara-Murza die französischen Soziologen K. Bodley und R. Establ (*) und beschrieb die qualitative Unterschiede zwischen der systematischen Bildung und der modularen:
"Während in "voller mittlerer" (*Schule) die Naturwissenschaften systematisch und abstrakt, auf der wissenschaftliche Qualifikation der Mineralien, Flora und Fauna basierend, dargelegt werden, wird das Wissen an einer "nicht vollen praktischen" Schule mit Hilfe des empirischen Beobachtens des Umfeldes vermittelt. Systematisieren ist hier ein unerwünschter und gefährlicher Ansatz. Wie es in der Instruktion des Ministeriums steht: "...der Lehrer soll die Schüler von systematischer Beobachtung abbringen. Statt statischen und fragmentarischen Methoden beim Erkunden der Natur soll evolutionäre Methode genommen werden...". Diese Pseudomethoden erlauben die Barrieren zwischen den Fächern zu beseitigen und spielen dabei eine sehr negative Rolle. In einer Klasse so einer "nicht vollen praktischen" Schule nahm man den ganzen Monat das Thema "Pferd" durch: seine Biologie, Beobachtung in der Natur, Zeichnen im Kunstunterricht und Diktaten und Aufsätzen schreiben."
Diese Beobachtungen der französischen Soziologen vervollständigt der Kara- Murza mit eigenen Beobachtungen: "...das was ich hörte, war eine schöne Illustration für die Bücher der französischen Soziologen – der Massenschule wurde empfohlen vom disziplinärem Typ der Bildung auf den "modularen" Typ umzusteigen. Irgendwelche Firmen haben zu dieser Zeit schon 18 Modulen erarbeitet, diese wurden bereits in verschiedene europäische Sprachen übersetzt und in das Schulprogramm aufgenommen. Mir, einem neuen, erschien das Ganze absolut absurd und die normale Bildung zerstörend. Es gab keine Fächer wie Chemie, Physik, Geographie, sondern gab es z.B. einen Modul "Wasser und Wassersituation in Kenia". In diesem Modul erwähnte man nur kurz die Eigenschaften des Wassers und restliche Zeit war dem idiotischen Problem "des Wassers in Kenia" gewidmet".

Vor uns ist die klare Illustration solcher "modularen Ausbildung". Es ist ein Gemisch aus den Wissensfragmenten, die nicht miteinander verbunden sind und keinen Gesamtsystem bilden.
Das Wichtigste, was darin fehlt, ist eine Methode des Lernens und das Bewertungskriterium der Wahrheit und Zuverlässigkeit des Erlernten. Daraus resultiert sich das, was Viktor Docenko als "fünfte Regel der Arithmetik" beschrieben hat: egal was man sagt, ist es auch richtig!
Das heißt, ein Mensch ohne jegliche Vorstellungen über die Quellen und die Kriterien des Wissens (einschließlich der mathematischen und allgemeinen Wissenschaften) lernt die ihm angebotene Daten auswendig, ohne jegliche kritische Reflexion und Verständnis entgegen zu bringen. So ein Ansatz in der Lehre zur scheinbar rein akademischen Disziplinen liefert aussagekräftige, aus sozialer und wirtschaftlicher Sicht Ergebnisse:
"Auf der Chemie- Olympiade 2003 in Moskau schlugen wir den Neuntklässlern vor die Enteisungsmitteln, die in Moskau früher benutzt wurden und die heutigen, von ihrer physisch-chemischen Seite (Enteisungswirkung) zu vergleichen.Unter der beträchtlichen Anzahl der richtigen Antworten (die beste Chemikalie ist normales Speisesalz, das jetzt für diese Zwecke verboten wurde) überraschten uns die phänomenale Antworten wie dieses: "Da es überall berichtet wurde, dass Kalziumchlorid das beste Mittel ist, ist es auch so. Und Speisesalz ist das Schlimmste, weil es verboten wurde dieses zu benutzen". Statt zu berechnen und zu vergleichen, zitierte man die Werbung. Und so argumentierten die Schüler, die für überregionale Chemiewettbewerbe ausgewählt wurden, also nicht die schlechtesten Schüler. Das ist das perfekte PR- wozu denken, wenn es überall gesagt wird..." (Vjatscheslav Zagorsky, "Licht der PR in der Dämmerung der Aufklärung" ("Russian Journal", 11.07.04) zitiert Anrej Borcov, "Debilisatoren")
Diese Geschichten und die Fragen zu diesen verlangten von den Schülern die Arbeit des Intellekts und die natürliche Neugier abzustellen. Den Schülern stand die Option frei, das Lesen und das Denken im allgemeinen hassen zu lernen. Die folgende "Geschichte" und die Fragen rund um "das Verständnis" sind für die anti-intellektuelle Themen, die ich in Lehrbüchern gefunden habe, repräsentativ:
“Einmal sprang eine grüne Maus gleich hinter dem Tiger auf das gelbe Flugzeug. Das Flugzeug verwandelte sich in der Luft in einen großen roten Vogel, und die Maus in einen blauen Kürbis. Der Kürbis fiel auf die Erde, die Kerne trieben aus und aus diesen wuchsen viele Schüssel und Teller. La-La-La." 1) Welche Farbe hatte die Maus? 2) Warum verwandeln sich die Mäuse in Kürbisse? 3) Wie keimen die Samen?" Wirklich, warum verwandeln sich die Mäuse in Kürbisse? Es überrascht nicht, dass solche "Bildung" (und das ist die erste Phase, auf der die weitere Bildung basiert wird) zur solchen Zahlen führt: Die USA sind auf dem 49. Platz Weltweit im Bereich des Alphabetismus (The New York Times, 12. Dezember 2004.), 20% der Amerikaner glauben, dass die Sonne um die Erde kreist. 17% glauben, dass die Erde die Sonne nur an einem Tag umkreist (The Week, 7. Januar 2005.), (Matt James, "The Manchurian Candidate" zitiert vom Andrej Borcov, "Debilisatoren ")
Solche anti-intellektuelle "Bildung" setzt sich in den weiterführenden Schulen fort und übernimmt an weiteren Ausbildungsstätten durch vielen freien "Wahlfächer" die Herrschaft über das systematische Bildungsprogramm "Was ist ein Modul? Dies sei "eine Reihe von pädagogischen Aufgaben, die durch verschiedene Arbeitsarten oder verschiedene, jedoch naheliegende Fächer zu lösen sind". Verstanden? Nicht?
Für die, die es nicht verstanden haben, ein konkretes Beispiel: "Sie wollen ein Spezialist für die Antike werden und wählen deswegen Kurs über die Frisuren in der Antike". Verständlich ist auch, warum dieses zerstückelte, Verzeihung, "modulares Bildungssystem" nicht so erfolgreich verbreitet werden konnte: "für die Europäer ist es auch eine Innovation" [gaben die Reformatoren zu]. Wie man den 15. Chromosom nicht ohne den Grundwissen über die Genen erforschen kann, so kann man auch die Antike nicht anhand des Wissens über die Frisuren in der Antike kennen.
Daher bleibt die Bildung dort, wo von der Qualifikation des Absolventen das Leben und die Geldbörsen abhängen, "totalitär" und "objektiv". Stellt euch einen Chirurgen bei einer OP vor, der im 8. Semester statt an dem Kurs "Wunden verschließen", an dem "Die Bekämpfung der sexuellen Belästigung in einer chirurgischen Klinik"- Kurs teil genommen hatte. Wie viel wird wohl die Klinik für diesen Pudel an die Angehörige der Leiche bezahlen? Dagegen sind die geisteswissenschaftlichen Fakultäten (historischen, philologischen, philosophischen) ein richtiger Ort für die Fetzen der Wissenschaft"(Ilja Smirnov, "Willkommen, Reisende, im dritten Jahrtausend" (" Kontinent "2003, № 116), zitiert: Andrej Borcov, "Debilisatoren").
Nach dem wir nun verstanden haben, was eine s. g. "Modulare Ausbildung" ist, sollten wir uns fragen, warum und zu welchem ​​Zweck die "Reform" des Ersetzens der systematischen Ausbildung durch "modulare" durchgeführt wird.
Diese Reform, die zuletzt auch in Russland ankam, ist in USA und Westeuropa längst verbreitet und liefert die Ergebnisse. Die Bevölkerung ist bereit jedes Bild der Realität einzunehmen, das derzeit die Medien der Massendesinformation zu bitten haben.
"Tatsache ist, dass für die moderne Entwicklung der Gesellschaft nur gute Sklaven benötigt werden. Kreative, denkende Menschen natürlich auch, jedoch nur wenige. Daher muss das gesamte Bildungssystem die Auslese, Zucht und die Dressur von Sklaven konfiguriert werden. Denken lernen sollen die junge Menschen nicht- in der heutigen Gesellschaft wird es nur ihrer beruflichen Zukunft, welche das auch immer sein mag, schaden." (Victor Dos [Docenko], "Die fünfte Regel der Arithmetik." zitiert: Andrej Borcov, "Debilisatoren").
"Die herrschende Elite ist ständig mit einem Widerspruch konfrontiert: um das Regime im wettbewerbsfähigen Zustand zu halten, braucht man qualifiziertes Personal, jedoch je besser dieses ausgebildet ist, desto mehr Wissen hat er außerhalb seinen eigenen Fachwissens. Lehrbuchbeispiele dafür sind der Oppenheimer und der Sacharow. Ideal für die Chefs wäre so ein Fachmann, der alles über das 15. Chromosom weiß, eine vage Ahnung von dem 16. hat und überzeugt ist, dass Weißrussland ein muslimisches Land in der Nähe von Irak ist. Vielleicht nicht Weißrussland, sondern Weiß- Syrien, jedoch gehört dieses unbedingt zerbombt, weil es so im Fernsehen gesagt wurde" (Ilja Smirnov, "Willkommen, Reisende, im dritten Jahrtausend" (" Kontinent "2003, № 116) zitiert: Andrej Borcov, "Debilisatoren").
Dies ist die Bedeutung der "Bildungsreform": Der Mehrheit sollen Wissen und selbständiges Denken vorenthalten bleiben, die kleine Minderheit soll ein exzellentes Wissen und ausschließlich auf eigenem Fachgebiet vorweisen können. Und für die beiden Fälle geltend: Das Ersetzen der ganzheitlichen Weltsicht durch fragmentarisches Wissen und das Anerziehen politischer Korrektheit und der Toleranz.

Qualität der Bildung ist durch die Reduzierung der grundlegenden Disziplinen wie Mathematik, Physik, Chemie und Biologie gesunken. Stattdessen werden die Unterrichtsstunden im Sinne der "Humanisierung und Humanisierung der Bildung" mit wertlosen Geschwätz über Nichts gefüllt.
Das Problem ist jedoch nicht nur die Reduzierung der Unterrichtsstunden für die wissensvermittelnde Fächer, sondern auch die Systemlosigkeit und Zerrissenheit wie der schulischen, so auch weiterführenden Ausbildung. Viele solche Beispiele erwähnt Andej Borcov in seinem Artikel "Debilisatoren".
insbesondere zitiert er die russische Lehrkräfte, die an der europäischen Universitäten unterrichteten und von Fällen berichteten, in denen die Studenten im Mathematikkurs die Differentialgleichungen und Integrale aufbekommen hatten und nicht mal einfache Brüche beherrschen konnten. Bemerkenswert ist die Erklärung, die Akademiker Arnold auf seine Frage über den Ausbildungsstand in USA bekommen hatte: "Unsere amerikanische Kollegen erklärten, dass das niedrige Niveau der Kultur und Allgemeinschulbildung eine gewünschte Leistung im Interesse der wirtschaftlichen Zielen ist. Tatsache ist, dass ein gebildeter Mensch ein schlechter Konsument ist: er kauft weniger Autos und Waschmaschinen und zieht ihnen Mozart, Van Gogh, Shakespeare oder Theoremen vor. Die Wirtschaft der Konsumgesellschaft leidet darunter, aber vor Allem das Einkommen der Besitzer des Lebens. Deshalb versuchen die letzteren die Kultur und Bildung (die auch noch ein Störfaktor bei der Manipulation der Bevölkerung sind) zu verhindern." (A. Nikonov, "Das Ende des Feminismus").

Streng genommen ist diese Formel umfassend und deckt alle Aspekte der "sozialen Innovationen" auf, die von einem engen kapitalokratischen Kreis der Oligarchie diktiert und durchgeführt werden. Meist unter der linke Flagge die Aufschrift "Für Menschenrechte!", "Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit!", "Für die Gleichberechtigung!" usw. usf. trägt.
Der Sinn all dieser ideologischen und sozialen Innovationen ist einfach: eine drastische Reduzierung des Niveau der Intelligenz, der Bildung und allgemeiner Kultur der Menschheit, um jegliche Erscheinungsformen der menschlichen Interessen auf das Verdienen und Ausgeben des Geldes zu reduzieren, sowie alle möglichen Beziehungen zwischen den Menschen in eine Geschäftsart zu verwandeln.
Diesen Zwecken dient auch die "Bildungsreform" und auch die Privatisierung und die Zerstörung von nichtkommerzieller (einschließlich die klassische) Kunst, die Begrenzung des Horizonts des Denkens durch die politisch korrekte Zensur, die Zerstörung der nationalen Identität und Kultur durch Toleranz und den Multikulturalismus, sowie das Zersetzen aller geistigen Sinne, einschließlich die Persönlichkeit selbst, durch das "kulturelle Paradigma" der Postmoderne und Postmodernisierung.

Das ultimative Ziel ist es einen unpersönlichen, leicht manipulierbaren und vollkommen kontrollierbaren Post-Menschen zu erschaffen, der faktisch ein Bioroboter ist. Was fehlt, ist ein Schalter, die Fernbedienung und kabellose Netzwerkverbindung zum Mikrochips im Gehirn. Aber, so scheint es, es ist nicht mehr fern.

(*) sicher sind die Namen von mir/google falsch übersetzt worden, wenn jemand die richtigen Namen von diesen Soziologen/Buch kennt, bitte korrigieren.

Für die schlechte Grammatik und Satzaufbau entschuldige ich mich- Text wurde (noch)nicht korrigiert.

Ihr habt Angst vor meinem Pimmel

20 March 2012 ~ 1 Comment

Ihr habt Angst vor meinem Pimmel

Quelle: http://wortfluss.blog.com/2012/03/20/ihr-habt-angst-vor-meinem-pimmel/

Hirnfutter locker flockig prosa

Ich habe neulich eine Kurzdokumentation gesehen, über einen Mann, der für das Recht auf Nacktheit kämpft. Der Mann war hässlich und verteidigte sein Recht auf Nacktheit mit Aussagen wie: “Wenn heute selbst Schwule heiraten dürfen, dann sollte man doch auch nackt herumlaufen können!” Er hat offenbar keinen PR-Berater. Mir ist auch nicht ganz klar geworden, ob dieser Mann geistig noch auf der Höhe ist, aber seinen Kampf unterstütze ich trotzdem.

Ja, der Mann hat vollkommen recht sich aufzuregen. Nacktheit ist für uns ein Exklusivrecht, dass nur bestimmten Leuten an bestimmten Orten zugestanden wird. In der Öffentlichkeit wird sie eigentlich gar nicht toleriert, außer es geht darum, im Namen der Kunst möglichst viele nackte Ärsche auf einmal zu fotografieren. Das ist dann okay. Geduldet wird nackte Haut auch, wenn die Nackten weiblich, jung und knackig sind und vielleicht noch für Frauenrechte in Osteuropa demonstrieren. Dann sehen wir großzügig darüber hinweg, dass das ja eigentlich Schweinkram ist. Allgemein ist die Grenze wohl da zu ziehen, wo die Leute etwas nicht mehr ästhetisch finden. Nach dem Motto: “Nackt darf nur sein, wen man auch gern nackt sieht.”

Das zeigt sich besonders an unseren so genannten Popstars. Ohne in regelmäßigen Abständen fast nackt zu sein, geht da ja gar nichts. Betonung auf “fast” nackt. Wenn dann nämlich plötzlich mal ein Nippel zu sehen ist, dreht die Boulevardpresse am Rad und kriegt sich gar nicht mehr ein. Dann haben wir einen “Nippelgate-Skandal” oder so was ähnliches. Definition eines Nippelskandals: Alle haben den Nippel einer bekannten Frau gesehen, aber nicht im Playboy.

Ja, im Playboy ist das was anderes, denn da gehört die Nacktheit hin. Das stört auch nicht, wenn die da ein ganzes Magazin voller Nackter verkaufen. Weil die Fotos ja auch so ästhetisch sind. Und die Nackte sagt hinterher immer: “Wow, ich hätte nicht gedacht, dass ich so gut aussehen könnte. Die Fotos sind wirklich wundervoll und ich glaube darauf kann man stolz sein!” Rhetorische Pause… Merken wir eigentlich noch irgendwas?? Klar sind die Fotos ästhetisch und superschön, denn es gibt ja schließlich Photoshop. Und weil sich die Stars im Playboy nur nackt, aber nicht beim Ficken zeigen, tun wir so, als ob es dabei nicht um Wichsen und Geld geht. Für jeden Euro, den die holde Dame an Gage bekommt, wird ungefähr einmal auf ihre Bilder gewichst. Aber die Fotos sind ja “ästhetisch” und zählen eher als Kunst, denn als Wichsvorlage. Deswegen kaufen sich so viele den Playboy, das sind nämlich alles Kunstinteressierte. “Wow”, sagen die dann, wenn die den neuen Playboy sehen, “diese geilen Titten sind wahrlich ein Kunstwerk! Sie erinnern mich an Rubens…”

Aber einen fetten Mann mit Halbglatze, den will keiner nackt sehen, das geht nicht, das ist unästhetisch und unsittlich und eine Ordnungswidrigkeit. Das Wort ordnungswidrig bringt es auf den Punkt, denke ich. Die Ordnung bedeutet: Jeder ist gut verpackt. Jeder ist so gut verhüllt, dass man ja nicht zu viel Ehrlichkeit präsentiert bekommt. Das wäre ja schlimm, wenn die Reichen plötzlich nicht mehr hübscher wären, als die Armen. Und man sein wahres Alter kaum mehr vertuschen könnte…

Denn wenn man nackt ist, sind die Haare die einzige Ausdrucksmöglichkeit. Das ist eigentlich ein lustiger Gedanke: Wenn wir alle immer nackt wären, dann wäre die Welt der Frisuren ein hart umkämpftes Feld und Friseure wären die großen Helden der Modewelt.

Aber abgesehen von all diesen Dingen, ist Nacktheit für uns Menschen einfach zu etwas Fremdartigem geworden. Wir kommen zwar nackt auf die Welt, aber Kleider zu tragen, ist das Erste, was wir lernen. Nun gut, es ist auch nicht gerade schwierig und oft sogar nötig. Aber sobald man dann ein mündiger Teil der Gesellschaft geworden ist, kann man gar nicht mehr anders, als Kleidung als Norm zu empfinden und Nacktheit, als etwas, was es nur unter der Dusche und beim Sex gibt. So drastisch es klingen mag: Wir Menschen haben nicht nackt zu sein, außer wenn es nicht anders geht. Du bist nackt, obwohl du angezogen sein könntest? Du spinnst wohl! Zieh dir sofort etwas an! Außer, du siehst geil aus, dann tolerieren wir das vielleicht. Aber nur solange, bis wir uns an dir satt gesehen haben.

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass mir durchaus klar ist, dass Kleidung einen Sinn hat. Ich will ja auch gar nicht gegen Kleidung hetzen. (Obwohl ich daran vielleicht auch meinen Spaß hätte.) Nein, gegen was ich anrede, ist das Gesetz der Bekleidung. Und vor allem die Doppelmoral dahinter.

Doppelmoral? Ja Doppelmoral! Die Lust sagt uns: Du willst nacktes Fleisch sehen, anfassen, schmecken. Die Lust ist in uns allen und oft genug erliegen wir ihr. Wir holen uns ja doch die Nacktheit wo und wie wir sie wollen, wenn wir sie brauchen. Aber es ist nicht nur die Lust. Wenn wir mal ehrlich sind, nervt Kleidung manchmal einfach nur ziemlich. Das fängt bei 40 Grad im Schatten im Hochsommer an und geht bis zum gemütlichen Zusammensitzen, wo der Hosenzwang eigentlich grundsätzlich aufgehoben gehört. Die Regeln unserer Gesellschaft aber sagen: Zieh dir was an, Junge, zieh dir was an, sonst bist du ja nackt und alle können sehen, wie du wirklich aussiehst! Alles ungefiltert, ungelogen, ohne Feigenblatt und doppelten Boden! Sei frei, aber verlogen. Das nenne ich Doppelmoral.

Klar, was Männer oft am nackt sein hindert, ist ihr Penis. Der könnte zu klein sein, die Hoden zu eckig, oder, oh Schreck, am Ende wird der steif und alle können das sehen. Was soll ich dazu sagen. Den Mythos vom Riesenschwanz, den kann man nicht so einfach aus der Welt schaffen. Ein Mann mit kleinem Schwanz nimmt sich nicht einmal selbst für voll, weil wir uns einreden, dass nur derjenige ein echter Kerl ist, der die Frau beim Sex aufspießen kann wie einen Dönerspieß. Ein Mann wäre erst dann vollends mit sich zufrieden, wenn er die Frau wie ein Brathähnchen an seiner Stange drehen könnte. Das ist unser Ideal. Und wenn mir einer sagt, das stimme nicht, dann will ich eine bessere Erklärung.

Bei Frauen könnte ich jetzt über Orangenhaut, Schwangerschaftsstreifen und kleine, ungleiche, oder hängende Brüste reden. Aber ich spare mir das. Denn all diese Schönheitsfragen führen beim Thema Nacktheit nur an einen Punkt: Wenn wir nackt sind, können wir nichts kaschieren. Und davor haben wir Angst. Wir haben Angst davor, ehrlich sein zu müssen, was unseren Körper betrifft. Ist so. Basta.

Zumindest ist das die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass wir vor der Nacktheit Anderer Angst haben. Manchmal ist es vielleicht Ekel, aber auch der schlägt schnell in Angst um. Ekel eben dann, wenn die Ästhetik fehlt. Und Ästhetik ist nur da, wo unser Schönheitsideal erfüllt wird. Schlank, Jugendlich, gepflegt. Und bei Frauen außerdem Titten. Ist jemand dick, oder faltig, oder sieht ungepflegt aus, dann wollen wir das nicht sehen. Und hässliche Titten wollen wir auch nicht unbedingt sehen. All diese Leute, die niemals im Playboy oder Playgirl sein werden, sollen sich mal schön verpacken. Diese Assis, bäh… Tja, die meisten dieser Assis sind wir. Du und ich, wir alle, bis auf ein paar Ausnahmen, die eben doch in Hochglanzmagazinen sein könnten. Doch das macht es ja nicht besser. Die Sache ist letztlich die, dass wir uns daran gewöhnt haben, dass alles, was wir sehen, dem Ideal möglichst nahe kommt. Denn alles, was dem Ideal nicht nahe kommt, das wird schön vor uns versteckt. Da kann jetzt nicht plötzlich ein fetter Mann mit Halbglatze nackt durch die Gegend spazieren. Das geht einfach nicht, das muss der doch auch einsehen.

Oder nicht? Nein, muss er nicht, sage ich. Und ich tue das auch nicht. Ich habe zwar nicht den Drang, ständig nackt zu sein, aber manchmal durchaus. Ich praktiziere aber nicht in der Öffentlichkeit, denn sonst kommt die Polizei. Das ist schon einmal passiert, das hat mich 105 Euro gekostet. Das mache ich so schnell nicht wieder.

Diese persönliche Erfahrung mit dem Nacktsein und den Gesetzeshütern, war einer von vielen Punkten, die mich zum Nachdenken über das Thema Nacktheit gebracht haben. Ich muss dazusagen, ich hatte schon immer ein recht geringes Schamgefühl, wenn es um so was ging und letztlich hat gerade das mich in diese Geschichte hineingezogen. Jedenfalls war das so: Es war mitten in der Nacht und kaum jemand hat uns gesehen, wie wir in diesem Brunnen Nacktbaden waren. Leider fuhr die Polizei zufällig vorbei. Die kamen dann her und meinten, wir sollten uns gefälligst anziehen. Die Beamten waren sichtlich genervt. Nachvollziehbar: Angetrunkene Nacktbader zu bändigen ist kein Traumjob. Meine Freunde haben sich angezogen, ich aber nicht. Ich fragte zurück, warum ich mich anziehen solle und meinte ein paarmal: “Ich bin doch nur nackt.” Ende der Geschichte: Ich werde in den Streifenwagen verfrachtet und zum Revier gefahren. Und hier beginnt der, aus meiner Sicht, interessante Teil. Der Plan von Freund und Helfer war offenbar, mich dadurch zu demütigen, dass ich erst einmal durch das halbe Revier geführt wurde, bevor ich mir etwas anziehen durfte. Ich will keineswegs darauf hinaus, diese Methode zu kritisieren, das ist mir egal. Nein, was ich interessant fand, war, dass die ernsthaft glaubten, dass ich jetzt, ohne meine Freunde und im hell erleuchteten Revier vor einem halben Dutzend Polizisten und Polizistinnen, plötzlich Schamgefühlte entwickeln würde. Naja, stattdessen habe ich den Moment irgendwie genossen. Eine der anwesenden Polizistinnen meinte herrlich überrascht: “Der ist ja GANZ nackt!” Ich wurde dann auch ganz klassisch gefragt, ob ich mich jetzt immer noch cool fände. Ich habe ihnen gesagt, das es mir nicht darum ginge, cool zu sein, aber das hat mir niemand geglaubt. Als sie dann meine Personalien hatten, durfte ich mich auch wieder anziehen und nach Hause gehen. Heute bereue ich das Ganze, aber nur, weil es mich 105 Euro gekostet hat. Das war ein teurer Spaß.

Naja, jedenfalls hat mir das gezeigt, wie sehr das Thema Nacktheit in unseren sozialen Praktiken seinen festen Platz hat. Denn selbst von einem Flitzer wird erwartet, dass er sich seiner Nacktheit schämt, sobald er festgenommen wurde. Das finde ich doch bemerkenswert. Außerdem fand ich interessant, wie viel Ekel und Verachtung aus dem Verhalten der Polizisten mir gegenüber sprach. Alles, weil ich keine Kleidung getragen hatte.

Was die Polizisten einfach nicht verstehen konnten, war mein mangelndes Schamgefühl. Wahrscheinlich geht es Ihnen, lieber Leser, gerade genauso. Und wahrscheinlich bin ich gerade in Ihrem Ansehen gesunken. Das wäre nur normal. Schade ist, dass ich sie jetzt wohl nur noch schwerlich davon überzeugen kann, das Thema Nacktheit mal ganz unbefangen zu überdenken. Aber noch gebe ich nicht auf!

Schamgefühl, soziologisch betrachtet, ist wohl die Erwartung, von anderen Leuten sozial diskriminiert zu werden, aufgrund von etwas, dass man getan hat, oder einem Zustand, in dem man sich befindet. Wir haben das Gebot der Bekleidung so verinnerlicht, dass wir automatisch Bestrafung erwarten, wenn wir es brechen. Grundsätzlich ist das sehr praktisch für uns Menschen, denn so versuchen wir automatisch, Situationen zu vermeiden, die unseren Status in der Gesellschaft gefährden. Meine Überzeugung aber ist es, dass nicht alles, was wir traditionell eben so machen, deshalb auch gut ist. Und das Gebot der Bekleidung ist ein ideales Beispiel. Ich schließe mich dem nackten, dicken Mann mit Halbglatze aus der Dokumentation an, wenn er proklamiert, dass in einer freien Gesellschaft, in der immer mehr Lebensformen ihre Berechtigung zugestanden wird, auch die Nacktheit ihren Platz haben sollte. Wenn jemand nackt sein möchte, dann soll man ihn doch lassen.

Jetzt komme ich wohl an den Punkt, wo ich das Argument dafür bringen müsste, warum wir eine so fest eingefahrene Tradition mit so viel Aufwand aufsprengen sollten. Denn der Weg ist sicherlich kein leichter. Ist das denn die Mühe überhaupt wert, selbst wenn man es wollte? Das ist eine schwierige Frage und um ehrlich zu sein habe ich nur das Argument der Freiheit und Natürlichkeit. Ich weiß nicht, ob die Welt besser wäre, wenn wir Nacktheit nicht mehr so sehr ächten würden. Aber sie wäre irgendwie freier und natürlicher. Das wäre sie ganz bestimmt. Und davor haben wir Angst. Nein, ihr habt davor Angst! Ihr habt Angst vor meinem Pimmel!

“Nackte Angst” ist dazu ein interessanter Ausdruck. Nackte Angst heißt, Angst, ohne Grenze, ohne Limit, ohne Trübung, ohne Hoffnung. Ich würde sagen: Nackte Angst, bedeutet ehrliche Angst. Nackt = ehrlich. Ich mache es mir vielleicht zu einfach.

Denn Nacktheit, das bedeutet auch Intimität. Man zeigt sich nicht vor jedem nackt, aber dem oder der Liebsten schon. Und das ist dann etwas besonderes. Ein Zeichen von Vertrauen und Zuneigung. Manchmal auch nur ein Zeichen übermäßiger, alkoholinduzierter Paarungsbereitschaft. Aber das kommt auf das gleiche heraus. Was würde es für Intimbeziehungen bedeuten, wenn wir alle ab und zu mal nackt durch die Gegend laufen würden? Ich wünschte, ich könnte dafür die Meinungen von FKK-Veteranen zu Rate ziehen, kann ich aber nicht. Dabei hätte ich so viele Fragen. Ziehen FKK-Frauen Reizwäsche an, wenn sie ihren Liebsten verführen wollen? Oder macht das keinen Sinn, wenn man FKK betreibt. Hat man in als FKKler öfter Sex? Warum ziehen manche zum Einkaufen in einem FKK-Campingplatz Klamotten an? Glaubt mir das jemand, wenn ich sage, ich habe mal eine Ankündigung für einen Miss-FKK-Campingplatz-Wettbewerb gesehen? Nun ja, ich muss zugeben, ich kann nicht sagen, was es für Intimbeziehungen bedeuten würde, wenn die Exklusivität des Nacktseins wegfiele. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass Beziehungen über so was drüber stehen müssen. Ansonsten könnten wir, anstatt von Eheringen, ja auch gleich Schlüssel für des jeweils anderen Keuschheitsgürtel austauschen.

Das bringt mich zu einem anderen Punkt: Diese universale Geilheit, diese Sex-sells-scheiße an jeder Ecke, dieser gut unterdrückte, animalische Hang, alles zu begatten, was herumläuft, kommt das eventuell davon, dass im echten Leben alle angezogen, bieder und sexuell verschlossen sind? Haben wir es nur einer Begrenzung der Reize im öffentlichen Raum zu verdanken, dass das Lustventil dem Druck noch standhält … Wow. Falls dem so ist, dann argumentiere ich gerade dafür, den Trieben freien Lauf zu lassen. Kann ich nur bedingt gut heißen.

Ist aber auch interessant. Ist Kleidung Zeichen unserer Zivilisation? Werden wir zu Wilden, wenn wir nackt herumlaufen? Siegt der Trieb, wenn der Reiz allgegenwärtig ist? Nein, kann nicht sein, denn soweit ich weiß, sind FKK-Campingplätze keine Rudelbummsvereine.

Nun, wie man es auch dreht und wendet, am Ende steht eins fest: Wir pflegen ein seltsames Verhältnis zur Nacktheit. Wir lassen nur nackte Haut von schönen Menschen zu, sodass wir “nackt” mittlerweile fast schon mit “schön” sein gleichsetzen. Grundsätzlich aber wird Nacktheit geächtet und bestraft, ob nun mit sozialer Diskriminierung, oder durch die Polizei. Denn ihr habt Angst vor meinem Pimmel!

© Image by Thorben Luberg

Ein Essay, das ich einst für einen Wettbewerb schrieb. Und weil es einfach mal gesagt werden musste