Donnerstag, 12. Dezember 2013

Küssende Männer

Küssende Männer gegen Homophobie
Google: Küssende Männer

Dass dieses Thema auch im Web die Emotionen hoch schlagen lässt, kann an dieser Stelle nachgelesen werden:

http://www.wgvdl.com/forum3/index.php?id=32285

Interessant ist, dass die radikale Ablehnung nur die männliche Version, also die Schwulen, trifft. Die weibliche Version, die Lesben treffen auf wesentlich weniger Ablehnung und wurden in der Vergangenheit auch deutlich weniger, wenn überhaupt, verfolgt.

Im Gegenteil, in der heterosexuellen männlichen Pornographie spielen sexuelle Handlungen zwischen Frauen eine wichtige Rolle und werden vom Mann als erregend erlebt.

Offensichtlich sind sexuelle Handlungen zwischen Männern mit einem Tabu belegt, das sogar auf zärtliche Handlungen zwischen Männern ausgedehnt wird. In der Vergangenheit waren mit dem Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches sexuelle Handlungen zwischen Männern ein Straftatbestand § 175 StGB. Die Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam enthalten entsprechende Verbote Altes Testament , Neues Testament , Islam.

Ob die Ablehnung schwulen Verhaltens auch angeboren ist, könnte mal bei Alles Evolution diskutiert werden. Die Neigung zu Homosexualität ist in jedem Fall angeboren.

Die antiken Gesellschaften in Griechenland oder Rom bieten ein differenziertes Bild. Antikes Griechenland , Antikes Rom
Waren sexuelle Kontakte zwischen Männern im antiken Griechenland unter bestimmten Bedingungen gesellschaftlich akzeptiert, so waren diese im römischen Reich gerade so toleriert. In Rom mag das mit dem Fundament des Staates und dem Bild vom römischen Bürger zu tun haben. Die Macht Roms beruhte stets auf seinem Militär und mit weibischen Männern kann man keine Schlachten schlagen. Dazu kam, dass in der Kaiserzeit der Bevölkerungsrückgang Probleme schuf, was Homosexualität als unerwünscht erscheinen lässt.


Unter den antiken Kriegern der Hochkulturen und der "Barbaren" scheinen homoerotische Beziehungen gängig und akzeptiert gewesen zu sein. antike Krieger
Aber auch hier scheint es so zu sein, dass die Rolle des passiven, weiblichen Parts zu einem Statusverlust führte, bzw. nur von Jugendlichen und Sklaven eingenommen wurde.

Der Autor dieses Blogs ulrich-willmes setzt sich ausführlich mit den Ursachen der ablehnenden Haltung zu Schwulen auseinander:

Es gibt mehrere Ursachen von Homophobie und Schwulenhass. Eine wesentliche Ursache ist gewiss die generelle Angst des Menschen vor Fremdem und Unbekanntem und die Abneigung gegenüber Ansichten, Neigungen und Handlungen, die den eigenen Ansichten, Neigungen und Handlungen widersprechen. Zwar gibt es andererseits auch die Neugier auf andere Menschen und auf neue Erfahrungen, aber im Allgemeinen überwiegen gegenüber anders aussehenden oder sich anders verhaltenden Menschen zunächst Vorsicht, Angst und Ablehnung – und je weniger Schwule man persönlich kennt, desto größer ist gewöhnlich die Ablehnung. Allerdings hilft auch persönliches Kennenlernen / persönliche Bekanntschaft oft nichts, wenn jemand schwulenfeindliche gesellschaftliche oder religiöse Normen verinnerlicht hat und ihnen unreflektiert folgt – oder wenn ein Regime Schwule zu Sündenböcken stempelt: Auch die Juden hat im nationalsozialistischen Deutschland die Tatsache, dass praktisch jeder Nichtjude in Deutschland Juden kannte und deren Harmlosigkeit offensichtlich war, nicht vor Ausgrenzung, Drangsalierung und schließlich Ermordung bewahrt.

Im weiteren Text führt der Autor als weitere Ursachen gesellschaftliche und religiöse Normen an, und dann natürlich auch die Projektion der Ablehnung eigener homosexueller Neigungen auf die Umwelt.

Mir ist die Abneigung gegen homosexuelle Männer (Schwule) aus mehreren Gründen unerklärlich:

  1. Schwule sind Männer, die Männer lieben. Ich bin ein Mann und bin froh, wenn es Menschen gibt, die Männer liebenswert und sexy finden.
  2. Schwule sind für den heterosexuellen Mann auf dem Partnermarkt keine Konkurrenz.
  3. Schwule zeigen durch ihr (Liebes-)Leben, dass ein Mann ein (auch sexuell) erfülltes Leben führen kann, ohne Frauen.
  4. Schwule zeigen durch ihr Leben, dass die männliche Rolle vielfältiger sein kann, als die von der Gesellschaft vorgegebene Norm.
  5. Schwule zeigen, dass Zärtlichkeit auch zum Repertoire von Männern gehört und zwar auch anderen Männern gegenüber.

Mir ist klar, dass Homosexualität eine evolutionäre Sackgasse und in sofern eine Perversion ist. Sie ist jedoch, mit einem Anteil von 5% der Bevölkerung nicht Bestands bedrohend für die Art.

Es ist auch keine modernere oder bessere Art der Sexualität. Es ist eine biologische Variation, ist Preis der Vielfalt, die Evolution erst möglich macht.

Männer sollten Männern Vielfalt im Leben zugestehen und dazu gehört auch das schwul sein.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schwulsein ist eine "Kultur des Todes" weil sich kein Schwuler fortpflanzen will. Es ist also widder die Natur. Auch in vielen Ehen geht es nicht mehr um Fortpflanzung, aber es ist ein Lebensprinzip dass es zwei verschiedene Teile benoetigt.

Der Homosexuelle Mensch als Mensch kann mein Freund und Nachbar sein.
Der Homosexuelle Akt hingegen besitzt den Nimbus des widdernatuerlichen.

Muss ich erklaeren warum ich Ekel vor Spinnen habe? Muss ich erklaeren warum es mich ekelt Kot anzufassen? Muss ich erklaeren warum es mich ekelt Schleim in die Hand zu nehmen?
Nein. Es wird akzeptiert und es muss akzeptiert werden, zumal die Gruende sehr tiefschichtig und mitunter in der Entwicklungsgeschichte des Menschen zu suchen ist.
Nur beim Homsexuellen soll es nun anders sein. Da soll ich begruenden warum es mich, als Mehrheitsmensch, ekelt.
Umgekehrt wird ein Schuh draus.

Warum also "muss" ich meinen Ekel vor Homosexuellen erklaeren?

Und nebenbei: "Homophobie" bedeutet "Menschenangst. Das gibt es nicht.

Es ist der Homo erectus, der aufrechte Mensch, der angesprochen ist.
Homophobie als "Schwulenhass" ist eine dieser neuen Erfindungen, die dazu dienen, den normalen Menschen zu stigmatisieren und zu kriminalisieren.
Es wird also der Andersdenkende durch Homosexuelle kriminalisiert und diffamiert.
Das ist in Deutchland modern.

Jeglicher Widerstand gegen eine bestimmet Struktur wird so zu einem kriminellem Akt erklaert.

Das ist es was Angst macht in Deutschland. Der Fanatismus mit dem irgendwelche Ansichten vertreten werden.
Eine Minderheit von ca. 3 Prozent darf die Mehrheit terrorisieren mit Kriminalisierung.
Und es nervt, dass Homosexuelle staendig iher Sexualitaet betonen und erwaehnen. Kein Hetero macht das. Sollen sie ihre Neigung dort ausleben wo sie hingehoert, im Kaemmerlein, wie es die Heteros ja auch tun.

Als letztes:
Es gibt keinerlei Hinweiss dass Homosexualitaet bioplogisch begruendet ist. Die gesamte Forschung hat bis heute weder ein Schwulen-Gen noch sonstige Hinweise gefunden.
Im Gegenteil, durch den Genderismus wird ja klar, dass alle Sexualitaet nur ein Produkt des Kopfes ist. Wird ja von den Genderisten militaerisch gepredigt.
Warum will der Schwule also auf Teufel komm raus Schwul bleiben wenn er es auch anders koennte?

Saludos.

DschinDschin hat gesagt…

Ich bitte darum, dass mein Beitrag nicht als Werbung für Homosexualität missverstanden wird.
Auch will ich nicht diese Beliebigkeit im Sexuellen. Homosexualität ist eine Perversion, eine Abweichung von der Regel, eine Sonderform. Aber, Homosexualität ist etwas, das die Natur selbst hervorbringt, sei es durch genetische Veranlagung, sei es durch Umwelteinflüsse, d.h. die Sozialisation, die Lebenserfahrungen. Liebe kennt kein Gebot und das Begehren kein Gesetz. Also ist die Frage, ob das Handeln, das Leben der homosexuellen Neigung ethisch vertretbar ist. Und da finde ich, dass sexuelle Handlungen zwischen geschäftsfähigen Menschen in deren Ermessen liegen. Und hier ist das Private auch rein privat und nicht politisch.
Was den Ekel betrifft, so kann ich das gut nachvollziehen. Aber das hat mit Homosexualität nichts zu tun. Bei vielen Menschen, denen ich so in der Stadt begegne, würde ich Ekel empfinden, sie beim Sex zu sehen.
Was mich ebenfalls stört ist, dass es inzwischen so aussieht, als müsse man sich als weißer Mann für seine Heterosexualität rechtfertigen. Hier sind eindeutig die Maßstäbe verrutscht.

Robert W. hat gesagt…

Ich glaube, der Punkt
"Projektion der Ablehnung eigener homosexueller Neigungen auf die Umwelt" geht viel zu oft unter. Ein Mann, der sich in seiner Männlichkeit gefestigt sieht, der entwickelt keinen Hass auf Schwule o.ä. sondern sieht das so wie du.

Zum Thema "eklig": Ekel ist zu einem großen Teil anerzogen, wie man daran sieht, daß Kleinkinder keinerlei Ekel vor Spinnen, schleimigen Tieren, Ausscheidungen etc. haben, oder auch daran, was für "eklige Sachen" in anderen Kulturkreisen gegessen werden oder dort als "eklig" empfunden werden (Paradebeispiel: Schimmelkäse bei Asiaten ;-) ).

Ob Homosexualität biologisch begründet ist oder nicht, weiss ich nicht. Natürlich kommen bei Tieren homosexuelle Akte vor (wir hatten mal zwei männliche Kaninchen, die haben natürlich alles besprungen, was bei 3 nicht auf den Bäumen war, also Bälle, Nachbarskatzen und auch sich gegenseitig).
Ob Homosexualität bei Tieren in der Natur genauso wie bei uns Menschen vorkommt, also als eine ausschliessliche sexuelle Orientierung zum gleichen Geschlecht hin, weiss ich nicht.


@Anonym: "Homophobie" bedeutet "Menschenangst"
Das lateinische "homo" heisst "Mensch", das "homo" in "Homophobie" kommt aber von dem griechischen Wort für "gleich". "Homophobie" bedeutet also "Angst vor dem Gleichen", was aber genauso schwachsinnig ist ;-)


Und noch ein PS: "homophob" dient heutzutage quasi nur noch dazu, Menschen zu diskreditieren in dem Sinne "was der sagt, braucht man nicht ernst zu nehmen oder zu berücksichtigen", ähnlich wie "rechts", "rassistisch", "sexistisch", "du derailst" o.ä.

Anonym hat gesagt…

Ich kann dem hier bisher gesagtem
persönlich zustimmen. Allerdings
wären da aus meiner Sicht weitere
Aspekte in Reichweite, die ich
vermisse:
1. In Bezug auf Fortpflanzung
z.B. der bedrohliche Bevölkerungswachstum
unseres kleinen Raumschiffes, d.h.
homosexuelle Paare sind da sozusagen
schon mal "eher" die "Lösungsorientierten".

2.Das mit dem Ekel währe auch mir
naheliegend ( rein körperlich, auch ich als hetero präferiere
sinngemäße Körperöffnungen ),
jedoch, auch da spricht die
Natur eine sehr relative Sprache,
in Bezug auf Schönheit:
Was für ein Spinnenmännchen
"schön" ist, wird es wohl für
einen homo-was-auch-immer nie
werden.
Ergo: Jedem Tierchen sein
Pläsierchen, sagt die Natur.

Wir Menschen sind gut beraten,
unser Bewusstsein dafür zu nutzen, unsere eigenen
Belange sehr viel mutiger zu
durchleuchten, bevor wieder nur biologismus eine Schneise in die Kultur schlägt. Eine Frage der
Debattenkultur, und damit der Inhalte.
Ich finde z.Zt."spannend",
das wir z.B. zwei gesellschaftliche Debatten
zwar erleben, aber nie, nie,
nieeee;) zusammen:

Einerseits die Bagatellisierung des Abiturs, anderseits die
Eroberung der Uni's durch Frauen. Nur ein Beispiel, mir fallen noch eine Menge anderer ein. Auf DIE Talkshow darf man sich
freuen.......falls man's noch
erlebt.

XYZ