Mittwoch, 6. Dezember 2006

Warum es Männer (und Frauen) gibt

Wer kennt Sie nicht oder die Geschichten darüber, die Doktor-Spiele, in denen kleine Jungen und Mädchen entdecken, dass sie unterhalb des Bauchnabels unterschiedlich aussehen. In früheren Zeiten wurde von Psychologen unterstellt, dass die andere Ausprägung gewisser Geschlechtsmerkmale beim weiblichen Geschlecht einen Penisneid hinterlasse.
Wir finden das heute ziemlich lächerlich. Genauso lächerlich ist jedoch, wenn manche Halbgebildete versuchen, Männer als Mängelwesen darzustellen , weil das Y-Chromosom, das Männer zusätzlich zum vorhanden X-Chromosom besitzen, kleiner ist als das X-Chromosom, von dem Frauen zwei Exemplare besitzen, bzw. Frauen rehabilitieren zu müssen, weil diese ihr zweites X-Chromosom weitgehend ausschalten. So ausgeführt im Artikel "Die Frau das komplexe Wesen" von Katrin Schaller in wissenschaft-online.
Andere Geistesgrößen gehen sogar so weit, den Mann als überflüssige Laune der Natur zu bezeichnen, die vom Aussterben bedroht sei. Das stand jetzt im Geo, einer wissenschaftlich orientierten Zeitschrift, die eigentlich Unfug vor Veröffentlichung herausfischen sollte.
Eine erste Information gleich zu Anfang: Die Sache mit den Geschlechtschromosomen ist bei den Vögeln, vielen Reptilien und Schmetterlingen genau umkekehrt. Vogelmännchen haben WW, -weibchen haben WZ. Das bedeutet, es gibt für ein bestimmtes Problem mindestens zwei Lösungen und beide funktionieren.
Es ist nicht anzunehmen, dass die Vogelweibchen verschwinden, weil sich ihr Z-Chromosom in Wohlgefallen auflöst.
Wie ist es überhaupt zu dem Problem gekommen, dem Problem der sexuellen Fortpflanzung.
Mit dieser Frage und den Folgen daraus beschäftigt sich mein Text.
Die ersten Lebewesen waren Einzeller, bei deren Fortpflanzung das vorhandene Erbgut erst verdoppelt und dann zu gleichen Teilen an die Tochterzellen weitergegeben wurde. Die Nachkommen waren somit Klone, „eineiige Zwillinge" der Elternzelle. Neue Informationen konnten die Klone nur durch Mutation, zufällige Veränderungen am Erbgut, gewinnen, sofern die mutierte Zelle lebensfähig und teilungsfähig blieb. Der Prozess ist langwierig und kann mit Umweltveränderungen nur dann mithalten, wenn eine schnelle Generationenfolge gegeben ist und nicht ins Gewicht fällt, dass sehr viele Kinderzellen nicht lebensfähig sind. Viren beschreiten diesen Weg erfolgreich, weil die Kosten der Reprodukton von den Wirtszellen getragen werden und der Virus selbst relativ einfach gebaut ist.
Bei komplexeren Lebewesen, wie es schon Bakterien sind, wird der Preis dieses Verfahrens zu hoch. Besser ist es, funktionierende Gene auszutauschen. Diese Methode nutzen die Bakterien, die den Gen-Austausch über Plasmide (kleine DNA-Ringe) oder über Phagen (Viren, die Bakterien befallen und beim Verlassen ggf. Genstücke mitnehmen) abwickeln oder Genmaterial aufnehmen und einbauen, das frei herumschwimmt (Leichenteile von verstorbenen Bakterien).
Das relativ beliebige Einbauen von Genmaterial führt dazu, dass immer wieder viele Zellen sterben oder nur vermindert lebensfähig sind, weil die neue Information nichts taugt.
Überhaupt, was ist überhaupt ein Gen?
In Wikipedia, der online-Enzyklopädie finden wir folgende Definition:
Ein Gen ist ein Abschnitt auf der DNA, der die Grundinformationen zur Herstellung eines Proteins enthält. Das Protein prägt durch seine Funktion ein Merkmal. Allgemein gesprochen ist ein Gen also eine Erbanlage, ein Träger von Erbinformation. Durch Reproduktion kann diese Information an die Nachkommen weitergegeben werden.

Warum brauchen Zellen immer wieder neue Gene, neue Informationen? Das liegt daran, dass sich die Umwelt ändert und Umwelt, das sind eben auch die anderen Lebewesen und die Artgenossen, die konkurrieren. Wer sich hier nicht schnell anpassen kann, der verschwindet vom Markt.
Und jetzt kommt die sexuelle Fortpflanzung ins Spiel, die so erfolgreich ist, dass sie sogar von eukaryonten Einzellern, z.B. dem Malaria-Erreger oder dem Erreger der Toxoplasmose genutzt wird.
Der Trick bei der sexuellen Fortpflanzung beruht darauf, die genetischen Informationen zweier Lebewesen zu mischen, neu zu kombinieren und dann eine neue Generation mit der neuen Information entstehen zu lassen.
Am Anfang stellt sich die Frage nach männlich und weiblich überhaupt nicht. Zwei Elternzellen bilden Geschlechtszellen, die sich finden, verschmelzen und eine neue Elternzelle bilden.
Das Verfahren hat unschätzbare Vorteile. Jetzt ist eine eine Tauschbörse vorhanden, ein Marktplatz für Leben, in dem man funktionierende Programme austauschen und erproben kann. Bei diploiden Zellen, also solchen mit doppeltem Chromosomensatz, wie z.B. bei den höheren Tieren,enthalten die Zellen der Gen-Satz beider Eltern, der sehr ähnlich, aber nicht identisch ist. So führen Fehler auf einem Genort dann nicht zum Untergang der Zelle, wenn auf dem entsprechenden Genort auf dem zweiten Chromosom, die richtige Information sitzt, die Allele also verschieden beschrieben sind.
Jetzt hat die Evolution drei Triebkräfte, nämlich Mutation, Selektion und jetzt zusätzlich noch die Variation.
Die Kraft der Variation kann man daran erkennen, dass man aus einem Wolf einen Rehpinscher, einen Dackel und einen Dobermann in relativ kurzer Zeit herauszüchten kann.
Wenn wir die Welt der Einzeller verlassen und zu den Vielzellern vorstoßen, so haben letztere meist die Schwierigkeit, eine bestimmte Zellzahl und eine bestimmte Größe erreichen zu müssen, um überhaupt selbständig lebensfähig zu sein. Im Klartext, zwischen Befruchtung und Leben aus eigener Kraft gibt es eine Spanne, in der zumindest die Nahrungszufuhr von außen gesichert sein muss. Die Lösung ist das Ei, in dem eine Zygote (entstanden durch die Verschmelzung zweier Geschlechtszellen) noch ein kleines Lunchpaket mit sich trägt. Das Lunchpaket wird von einer der beiden Geschlechtszellen geliefert, die damit zur Eizelle wird. Damit wird die Eizelle aber unbeweglich und schwerfällig. Sie braucht einen Partner, der zu ihr kommt, die Samenzelle, die auch Spermium genannt wird, eine kleine bewegliche Zelle, deren Energievorrat nur so bemessen sein muss, den Weg bis zur Eizelle zu überstehen. Da das Spermium nun die Rolle des Suchers überrnommen hat, ist es wichtig, dass viele Spermien bereitgestellt werden, denn nur wenn viele suchen ist der Erfolg einigermaßen wahrscheinlich. Darum sind die Spermien auch deutlich kleiner als die Eizelle, der Resourcenverbrauch zu ihrer Produktion wäre sonst zu groß.
Jetzt muss entschieden werden, welches Individuum Spermien und welches Eizellen produziert. Bei manchen Arten wechselt das mit dem Lebensalter: in der Jugend Eizellen, im Alter Samenzellen. Manche Bäume bilden beides: Eizellen und Spermien. Bei anderen Arten werden die Individuuen bei ihrer Reifung auf ihre Funktion festgelegt.
Aber wer legt es fest, wer nun Eizellenproduzent und wer Spermienproduzent wird?
Bei manchen Reptilien, z.B. den Krokodilen, ist es die Temperatur, bei welcher die Eier ausgebrütet werden, die dann das Geschlecht festlegt.
Das Verfahren hat seine Tücken. Unter 30 °C gibt es nur Eiproduzenten, über 34 °C nur Spermienproduzenten. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis entsteht nur dadurch, dass die befruchteten Eier im Brutnest in unterschiedlicher Tiefe vergraben werden. Ein solches Verfahren ist heikel.
Darum wird bei den modernen Tieren wie Säuger und Vögel das Geschlecht genetisch über Geschlechtschromosomen determiniert. Man kann mit volkswirtschaftlichen Methoden nachweisen, dass dieses Verfahen sicherstellt, dass der Geschlechtermix immer optimal eingestellt ist. Gibt es zu wenig Frauen, werden mehr Mädchen gezeugt, gibt es zu wenig Männer, werden mehr Jungen gezeugt.
Nun ein kurzer Abriss zu den Chromosomen.
Bei Bakterien sitzt das gesamte Erbgut auf einem einzigen DNA-Ring.
Das Erbmaterial von höheren Lebewesen ist so umfangreich, dass der göttliche Konstrukteur die Information in einzelne Bände gegliedert hat, die Chromosomen, eine Art Brockhaus zum Nachschlagen für die Synthesemaschinen der Zellen.
Sechsundvierzig Bände umfasst das Erbgut des Menschen, wobei immer je zwei Bände weitgehend identisch sind und jeweils von der Mutter bzw. dem Vater stammen.
Die Bände 45 und 46 sind geschlechtsbestimmend. Das bringt Besonderheiten mit sich.
Wenn die Nase der Mutter leicht nach rechts geht und die Nase des Vaters einen Höcker hat, dann mag das Kind mit einer Nase, die nach ein weing nach rechts zeigt und einen leichten Höcker hat noch zurecht kommen. Wenn der Vater einen Penis mit Hoden daran hat und die Mutter eine Gebärmutter mit dahinführender Vagina, dann ist ein Zwischending unbrauchbar.
Das bedeutet, die für das Geschlecht bedeutsamen Informationen müssen eindeutig sein, eine klare Entweder-Oder-Entscheidung. Die klare Entscheidung liefert das Y-Chromosom. Es ist der ultimative Schalter, der bei Säugern auf Mann und bei Vögeln auf Frau schaltet.
Bei der Reifeteilung, d.h. wenn aus dem doppelten Chromosomensatz der Elternzelle der einfache Chromosomensatz der Geschlechtszelle gebildet werden, tauschen die Schwesterchromosomen Teile aus. Das darf beim Entscheiderchromosom nicht oder nur begrenzt geschehen. Keine Probleme bestehen, beim XX-Träger, dort ist ein Austausch möglich, d.h. die Daten der Großmütter (bei Säugern) oder der Großväter (bei Vögeln) dürfen sich mischen.
Noch ein Wort zu Informationen, die auf Geschlechtschromosomen hinterlegt sind.
Während die Informationen, die auf allen anderen Chromosomen sitzen munter im Genpool der Art zirkulieren, gehen die Informationen auf den Geschlechtschromosomen leicht verloren.
Wenn ein Mann nur Töchter zeugt, dann ist sein Y-Chromosom weg und alle Information die darauf sitzt ist unwiederbringlich verloren.
Wenn eine Frau Söhne zeugt und diese Söhne zeugen wieder Söhne, dann ist ihr X-Chromosom weg.
Das bedeutet, auf diesen flüchtigen Informationsträgern dürfen nur Gemeinplätze stehen, also Informationen, die sowieso jeder hat, so dass ein Verlust nicht schmerzt.
Ein Intelligenzgen auf Geschlechtschromosomen wäre fatal, oder sind vielleicht deswegen die Menschen so begrenzt, weil die Intelligenz auf den Geschlechtsgenen sitzt und immer wieder verschwindet.
Außerdem sei an dieser Stelle daran erinnert, dass alle Chromosomen gute Geschäftspartner sind. Der Feminismus spielt sich ausschließlich in vernachlässigbaren Regionen der Großhirnrinde ab. Da das Y-Chromosom als Folge seiner Entwicklung einige Gene verloren hat, ist das X-Chromosom so geschaffen, dass es diesen Mangel ausgleicht. Das würde bei der Konstellation XX, wie sie bei der Frau vorliegt, zu einer überschießenden Gen-Aktivität führen, weswegen eines der beiden X-Chromosomen bei der Frau bis auf eine Restfunktion abgeschaltet wird.
Und noch eine kleine Anmerkung. Manche AutorInnen erwecken den Eindruck, als könnten Sie über ihre Biochemie verfügen, als sei das, was sich auf zellulärer oder molekularer Ebene passiert in ihr Ermessen gestellt, eine persönliche Fähigkeit: Guck mal wie toll wir Frauen sind, wir können sogar viel mehr Östrogen produzieren als die Männer.
Tatsache ist, dass es die Maschine, der Zellhaufen in dem wir wohnen, ist, die uns die Rahmenbedingungen setzt. Diese Maschine hat eine lange Geschichte und hat ganz eigene Vorstellungen von der Zukunft. Wir sind nur der geduldete Gast, der befugt ist, die äußeren Angelegenheiten zu regeln. Im Innenverhältnis haben wir wenig zu melden.
Das merkt die Frau, wenn sie unfreiwillig befruchtet wird und die Maschine u.U. den Samenspender mit paarungsbereiten Geschlechtsorganen und allem was dazu gehört begrüßt, obwohl sie als Person die Situation mehr als verabscheut. Auch die Entwicklung des nicht gewollten Kindes verläuft völlig normal. Und sollte sie sich entschließen die Schwangerschaft abzubrechen, dann wird ihr die Maschine sehr unschöne Emotionen bescheren.
Nachdem wir uns ein wenig mit den Chromosomen herumgeplagt haben jetzt aber rasch zurück zum Sex und all den sonstigen Ferkeleien.
Selbst ein so komplexes Wesen wie es manche Wissenschaftsjournalistinen sind, sollte es jetzt begriffen haben wozu es gut ist, wenn es Eizellproduzenten und Spermienproduzenten gibt und warum es gut ist, wenn klar feststeht, wer welche Aufgabe übernimmt und warum es fatal wäre, wenn einer der beiden oder eine der beiden plötzlich verschwände.
Solange die Funktion der Eizellproduzenten darin bestand Eizellen reifen und befruchten zu lassen, ein Carepaket dazuzufügen und das ganze adrett als Ei in die Landschaft zu legen, um dann in aller Ruhe von dannen zu ziehen, war alles gut.
Nun hatten aber einige Mitbewerber die dumme Eigenschaft, die Brutpflege zu erfinden. Brutpflege hat den Vorteil, dass man weniger Eier braucht um gleichviel Nachwuchs zu haben, die Ausfallquote ist einfach geringer. Leider hat Brutpflege den Nachteil, dass sie Zeit und Nerven und eine Menge sonstiger Resourcen frisst. Trotzdem muss an dem Verfahren was dran sein, denn die Brüter und Brutpfleger setzten sich auf breiter Front durch. Solange man beim Ei als Basis blieb, stand auch der Gleichberechtigung Tür und Tor offen, was die brütenden Kaiserpinguinmännchen in der Antarktis beweisen. Auch partnerschaftliche Modelle sind gängig aber auch die alleinbrütenden Mütter sind vertreten.
Dass es auch ohne Ei geht beweisen die Beuteltiere und die Säuger, bei denen ist dar Aufwand zur Generierung von Nachwuchs noch höher, denn der Nistplatz wurde bei diesen Modellen in die Bauchhöhle oder direkt vor die Bauchhöhle, jedenfalls körpernah verlegt. Das hat den Vorteil, dass man beweglich bleibt und dass das werdende Leben solange geschützt ist, bis es auf eigenen Beinen stehen kann.
Ein weiteres Problem mussten Beuteltiere und Säuger lösen. Ihre Jungen sind so komplex gebaut, dass die Zeit im Mutterleib nicht ausreicht, sie so reifen zu lassen, dass sie übliche Nahrung zu sich nehmen und verwerten können. Was blieb anderes übrig, als das eizellproduzierende, früher eierlegende jetzt bauchbrütende Muttertier zur Zapfstelle umzubilden. Wie ungerecht! Warum hat man(n) die Männer so außen vor gelassen, diese faulen Nichtsäuger. Keine Ahnung. Dieses Modell ist noch nicht erfunden, wiewohl Männer sowohl einen Busen bekommen als auch Milch produzieren können, wie man an mancher Gynäkomastie sehen kann.
Wobei die von mir dargestellte Reihenfolge ja nicht stimmt. Das Säugen war vor dem Bauchbrüten, wie das Schnabeltier vormacht, das Eier legt und seine Jungen säugt.
Der Ausbau des Eizellproduzenten zum Brüter-und-Stiller und des Spermienproduzenten zum Allseitsbefruchter hatte Folgen. Man kann Eizellen ohne Ende in die Welt legen und befruchten lassen, siehe Kaviar. Wenn aber der Brutpflegeaufwand so gesteigert wird, dann wird die Zahl der Eizellen abnehmen, die nach der Befruchtung als fertiges Lebewesen über die Welt wuseln. D.h. der Brüter-und-Stiller ist hinsichtlich seines Vermehrungspotentials ziemlich eingeschränkt. D.h. es wäre nicht gut, wenn unter den zur Befruchtung heranstehenden Eizellen viel Abfall wäre. Dagegen kann der Allseitsbefruchter seine Gene streuen wie wild, wenn er genügend Brüter-und-Stiller findet, die sich befruchten lassen. Wer seine Informationen über den Allseitsbefruchter weiter gibt kann Risiken eingehen. Auch wenn zwei von drei Söhnen richtige Pflaumen sind. Wenn der dritte Sohn ein Brüller ist, bei dessen Anblick die Brüter-und-Stiller paarungsbereit aufseufzen und dessen Genausstattung wirklich klasse ist, dann vögelt dieser Alpha-Befruchter die erforderliche Zahl an Enkeln herbei. Daraus resultiert, dass es bei Männern mehr Genies und mehr Idioten gibt als bei Frauen. Bei beiden Geschlechtern sind Chance und Risiko austariert.
Habe ich hier das Wort Verhütung gehört? Die Möglichkeit der Verhütung ist wie eine neu aufgetretene Seuche. Das System wurde überrascht und hatte noch nicht genügend Zeit zu reagieren. Jetzt verschwinden erst mal die Erbinformationen aus dem Genpool der Art, die der neuen Situation nicht angemessen sind. Das beginnt damit, dass die Zahl der besonders emanzipierten Frauen, deren emotionale Ausstattung so geartet ist, dass sie den Kinderwunsch unterdrücken können, deutlich abnehmen wird. Genauso abnehmen wird die Zahl der Männer, die für Frauen mit dieser Konstitution schwärmen. Sollte eine bestimmte Form kognitiver Fähigkeiten, nämlich die, welche zum Studium befähigen, der Vermehrung im Wege stehen, dann werden diese Anlagen rasch verschwinden, spätestens mit dem Ableben ihrer Träger, de facto aber mit dem Ende derer fertilen Zeit. Sollte es sich herausstellen, dass intelligente Männer viele Nachkommen, intelligente Frauen jedoch wenig Nachkommen haben, dann werden weibliche Hirne eine Intelligenzbremse bekommen, die nicht direkt genetisch determiniert, sondern später durch Östrogene ausgelöst wird. Sie glauben mir nicht? Dann beobachten Sie mal, was intelligente Männer sich antun, wenn die Liebe ins Spiel kommt. Oder das alberne Dominanzstreben: Ich bin der größte Büffel am Platz.
Die Möglichkeit der Verhütung schafft nur ein neues Szenario. Hatte es bisher ausgereicht, dass eine Frau nach Nähe und Zuwendung eines Mannes hungert, um sicherzustellen, dass Fortpflanzung geschieht, so werden jetzt weitere Parameter relevant: die Sehnsucht ein Baby zu haben. Frauen wollen keine Kinder, sie wollen Babys, diese kleinen, schnuckeligen Würmer mit den Patschhändchen und den Winzfüßen, die so toll riechen, wenn nicht grade die Windel voll ist. Ich sage nur: Babyspeck. Diese kleinen Schlüsselreizträger werden die überlebenden Frauengenerationen ganz anders stimulieren, als das in der Vergangenheit der Fall war, als Frauen schwanger wurden, ohne genau zu wissen warum. Das betrifft übrigens auch die Männer. Spätestens nach dem 1. Kind machen Babys Lust auf weitere Babys, wenn man(n) die entsprechende Veranlagung hat, so dass nach dem 1. Kind das sogenannte Pappa-Programm startet.
Nachdem wir geklärt haben, warum ein Männerleben risikoreicher sein kann und für eine optimale Vermehrungsstrategie eines Allseitsbefruchters auch sein darf und dass das Y-Chromosom eine feine Sache ist, um Frauen glücklich zu machen, können wir uns der spannenden Frage widmen, warum Mann und Frau so ähnlich und doch so verschieden sind und warum sich das niemals ändern wird.
Nehmen wir an es gibt eine lustige Tauschbörse für Filme bei der Sie Bild und Ton nur getrennt und unabhängig voneinander beziehen können. Wollen Sie den Film ansehen, müssen sie muxen, d.h. Bild und Ton koppeln.
Merken Sie, dass das ganze nicht passt löschen Sie das Ergebnis und holen ein neues Ton-Bild-Paar aus dem Netz. Sollte ihnen das Ergebnis gefallen und Sie schauen den Film bis zum Ende an, dann sendet das Abspielprogramm automatisch Bilddaten und getrennt die Tondaten an die Tauschbörse zurück. Wenn sie den Film mehrmals ansehen, wird mehrmals gesendet.
Die Tauschbörse nimmt die gesendeten Daten entgegen, verändert sie minimal und stellt sie wieder zur Abholung bereit.
Wenn sich nun Bild oder Ton in zufälliger aber stetiger Weise ändern, so werden Sie feststellen, wenn sie das Spiel nur lange genug spielen, dass sie dennoch immer wieder weitgehend zusammen passen werden. Klar, die unpassenden Kombinationen sind gelöscht worden. Am Ende bleibt ein Film mit dem dazu passenden Ton übrig.
So ist es mit Mann und Frau. Die genetischen Daten auf den Chromosomen werden so lange umgeschrieben, bis die beiden Partner so zueinanderpassen, dass der Vermehrungserfolg unter den gegebenen Umständen optimal ist. Gegebene Umstände sind auch kulturelle Größen, Vorlieben und Geschmacksfragen, sofern sie Einfluss auf die Zahl der Nachkommen nehmen.
Werden die Frauen dicker, dann wird der Penis länger, sonst kommen die Spermien gar nicht an die interessanten Regionen heran. Mögen Frauen sich mit vielen Männern in dichtem Abstand paaren, bekommen die Männer große Hoden und produzieren viele Spermien, damit sie beim uterinen Wettrennen bei den Siegern sind. Brauchen Frauen breite Hüften, weil sonst die intelligenten Kinder mit den dicken Köpfen bei der Geburt stecken bleiben, und haben sie als Folge dieser Hüftverbreiterung einen wiegenden Gang, dann werden sich die Männer stärker fortpflanzen, die diesen Wiegegang sexy finden. Wer Männer heiß findet, die einen Erbschaden haben, der wird nicht viele Enkel bekommen. Wer einen Mann sucht, der dem eigenen Vater ähnelt, kann nicht ganz falsch liegen, denn Letzterer hat bewiesen, dass er in der Lage ist, sich fortzupflanzen und eine Familie durchzubringen.
Dabei gibt es kein Wiegegang-sexy-finde-Gen. Es gibt aber genetische Anlagen, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass solche Vorlieben entstehen. Die Disposition könnte ja auch lauten: Finde Frauen sexy, die sich so bewegen wie deine wichtigste weibliche Bezugsperson in der Kindheit.
Der Hebel, den die Gene schaffen, sind die Sexualhormone, deren Verteilung zwischen Mann und Frau stark unterschiedlich ist. Diese Sexualhormone sind Steroide wie das Cortison. Steroide haben die fatale Eigenschaft auch auf geistige Prozesse Einfluss zu nehmen. So macht Testosteron kurzfristig aggressiv, Östrogenentzug depressiv, Cortison macht high.
Ich vermute, dass die Geschlechtsgene lediglich determinieren, ob wir Ovarien oder Hoden ausbilden. Der ganze Rest läuft wahrscheinlich über die von diesen Drüsen produzierten Geschlechtshormone.
Dabei wollen wir nicht vergessen, dass ein Hormon nur ein Signal ist, das nur dann wirkt, wenn irgendwo ein Empfänger sitzt, der dieses Signal empfängt und zu einer Reaktion im biologischen System umsetzt. Wo sitzen die Gene die diese Empfängerproteine kodieren? Auch Zahl und Empfindlichkeit dieser Sensoren wird bei dem beschriebenen Prozess optimiert.
Das Ganze ist äußerst komplex und das bei Mann und Frau. Haben deswegen so viele Menschen auf diesem Gebiet so viele Komplexe.
Lange Rede kurzer Sinn: Mann und Frau sind so verschieden wie für den Vermehrungserfolg der Art optimal und so ähnlich wie für die Überlebensfähigkeit des Einzelwesens unvermeidbar ist.
Zu guter Letzt noch ein paar Bemerkungen darüber, ob Männer eigentlich überflüssig sind?
Ich will jetzt nicht der Frage nachgehen, ob Salatgurken die besseren Liebhaber sind, das können Sie bei www.Compadre.de nachlesen.
Ich frage mich schlicht, was wollen eigentlich die Frauen?
Selbstverständlich kann sich ein Frau das benötigte Sperma über die Samenbank besorgen. Damit eröffnen sich den Alpha-Allseitsbefruchtern ganz neue Märkte. Diese Methode führt zu optisch attraktiven Männern auf breiter Front. Nur weiß die Frau dann nicht, ob sie von dem sie befruchtenden Mann nach einem persönlichen Treffen ein Kind gewollt hätte. Die Folge: Es kann sein, dass ihr die gezeugten Kinder keineswegs sympathisch sind.
Außerdem hat sie immer noch keinen Sex und sitzt mit den Kindern allein zu Hause. Sollte Sie einen Mann für gewisse Stunden und mehr suchen, so sind ihre Chancen jetzt deutlich gesunken. Wer würde eine Frau als feste Parnterin wollen, die sich ihre Kinder bei der Samenbank geholt hat, es sei denn das geschah im Rahmen einer bestehenden festen Partnerschaft in gemeinsamer Absprache.
Also wenn es mal den biotechnologisch gewonnenen Uterus gibt, wo man als Mann die von den eigenen Spermien befruchtete Spendereizelle ausbrüten lassen kann, wäre das für mich keine interessante Sache.
Dann noch die Alternative, dass sich die Frauen gegenseitig befruchten. Das ist denkbar, aber nicht alle Frauen sind lesbisch veranlagt.
Außerdem, wenn eine Frau eine Tochter zeugt, dann ist es, als sei sie mit einer Frau im Bett gewesen, nämlich der Mischung der Großmütter des befruchtenden Mannes, zumindest was das Geschlechtschromosom betrifft. Das einzige was eine Frau der Bettschwester liefern kann ist ein ein X-Chromosom mit Beilage. Das liefert ein Mann auch.
Spannend wird die Sache auf die Länge. Wenn sich immer Frauen paaren, dann verschwinden die X-Chromosomen nicht mehr, wie das üblicherweise beim Umweg über Männer die Jungen zeugen geschieht. Wer weiß schon, welche Folgen resultieren?
Die beiden sich paarenden Frauen müssten auch klären, von welcher der beiden die Mitochondrien stammen sollen, denn diese stammen immer von der Frau. Sind willkürlich zusammengemischte Mitochondrien verschiedener Frauen verträglich?
Es sind ja auch ganz neue emanzipatorische Ansätze denkbar.
Dank genetischer Manipulation kehren wir wieder zu den Wurzeln zurück, d.h. die Frau bildet ihre Eizellen mit kleinem Lunchpaket und scheidet diese aus, wie es die Fische tun, der Mann oder die Männer geben ihr Sperma darüber und die befruchteten Embryonen werden in der Retorte ausgebrütet. Beide Geschlechter haben dann auf der Nasenspitze so eine Art Klitoris und reiben sich bei diesem Eierleg-Befruchten die Nasenspitze, so ist immerhin ein gewisser Lustgewinn sichergestellt.
Da der aufwändige Brut- und Säugapparat überflüssig geworden ist, können sich die Geschlechter was die körperliche und geistige Ausstattung betrifft weitgehend angleichen und somit ist die Parität in allen Bereichen des Lebens sichergestellt. Das Bundesministerium Frauen, Femanzen und Lesben kann aufgelöst werden. Der Mainstream hat das Gender über die ganze Welt verteil.
Wäre das nicht schön?

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